Falscher Einwurf

      Zur Zweiten

      Erinnerungen an viele Wege in die Rosenau. Auch in Zeiten in denen der Zuschauerzuspruch geringer war eines der wenigen immer besser besuchten Spiele. Dies lag auch nicht immer nur an der größeren Anzahl an Gastzuschauern.

      Die Spiele gegen den TSV 1860 München waren immer etwas Besonderes. Neben einer traditionellen Rivalität zwischen den Vereinen, einer mehr oder weniger historischen zwischen den Städten und der räumlichen Nähe auch die sportlichen Konstellationen.

      Der inoffizielle Zuschauerrekord im Olympiastadion, der Pokalsieg 1987 im Grünwalder Stadion, der erste Auftritt des FCA in der Münchener Arena genauso wie die Heimniederlage mit Halbzeitanalyse per Lautsprecher 2007 – nur einige der Spiele.

      Daneben aber länger zurückliegende Aufeinandertreffen in der 2. Liga Süd, oder in der Bayernliga Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre auf Augenhöhe, darunter auch das 2 : 2 im November 1992 vor über 26 000 Zuschauern in Augsburg.

      Im Anschluss daran trennten sich die Wege, der TSV war zwei Jahre später Erstligist, während der FCA in der Regionalliga und später zwei Jahre in der Bayernliga spielte.

      Bereits vor 1963 gab es in der Oberliga Süd Spiele des BCA gegen 1860 bzw. der beiden zweiten Mannschaften in den unteren Klassen. Doch die Entwicklungen der Vereine liefen trotz mehrmaliger Überschneidungen immer sehr unterschiedlich. Und bis vor einem Jahrzehnt trat der FCA immer als der vermeintlich kleinere und sportlich Schwächere an.

      Ab 1997 spielte der FCA auch zwölfmal gegen die zweite Mannschaft des TSV – darunter auch am letzten Spieltag der Bayernligasaison 2001/02, als Meister feststehend und mit dem Heimrecht der Münchener an der Donauwörther Straße.

      Seit 2011 haben sich die Wege in eine andere Richtung getrennt und der FCA spielt diese Saison erstmals drei Ligen über dem TSV. Und nach acht weiteren Spielen gegen die zweite nun das erste der Zweiten gegen die erste Mannschaft des TSV 1860 München.

      Nicht nur zu der Zeit als Augsburger Fußballanhänger im lokalen Radio verspottet und in der Stadt belächelt wurden, und am Samstagmorgen am Hauptbahnhof mehr Personen standen, die zu Fußballspielen nach München fuhren als nachmittags in die Rosenau waren, wäre die Vorstellung dass diese Konstellation irgendwann eintritt auch nur als Vision durchgegangen.

      Was in der Zwischenzeit um beide Vereine geschehen ist, mehr als Momentaufnahmen mit sehr vielen und unterschiedlichen Betrachtungswinkeln zur Entwicklung des Fußballs in sportlicher und eben auch struktureller Hinsicht. Darunter auch viele Beispiele möglicher Begleiterscheinungen und Folgen, wie auch die erfolgreiche Umsetzung gegebener Möglichkeiten.

      Seit dem Neubeginn der zweiten Mannschaft und den verschiedenen Aufstiegs- und Relegationsspielen, etwa in Schweinfurt und gegen Aichach vor wenigen Jahren, ist dies das Spiel mit dem allgemein größten Aufmerksamkeitswert.
      Weitere Erinnerungen dabei an andere länger zurückliegende sportlich bedeutsamere Begegnungen wie auch 1978, als die damaligen FCA-Amateure in der 3. DFB-Pokalrunde gegen Hertha BSC spielten.

      Nun also am kommenden Sonntag vor großer Kulisse in der Arena. Der bisherige Viertligarekord in Deutschland liegt seit 2015 bei 30 313 Zuschauern im Spiel Alemannia Aachen gegen Rot-Weiss Essen, der der Regionalliga Bayern bei etwas über 15 000.
      International am größten der Zuspruch bei den Heimspielen der Glasgow Rangers 2012/ 13 in der vierten schottischen Liga im Ibrox Park.

      Unabhängig des sportlichen Vergleichs und der Tatsache dass der TSV bereits zweimal in der 2. Bundesliga in der Arena antrat, möglichen Regionalligareformen und Aufstiegsmodi, ein Spiel der zweiten Mannschaft des FCA, in dem auch wieder ein großes Stück jüngerer Augsburger Fußballgeschichte bewusst wird.

      Nur schade dass dieses nicht im Rosenaustadion stattfinden kann – wen interessieren bei einem Spiel dieser Vereine noch Zuschauerrekorde? Der Event hätte auch im kleineren Rahmen allein in der Historie und dem erstmaligen Aufeinandertreffen in dieser Konstellation in einem Pflichtspiel gelegen.

      Aber Erinnerungen und Tradition bleiben auch so erhalten - und trotz aller immer anhaltenden Rivalität der Respekt vor der Liebe und Leidenschaft zu Farben und Spiel. Rot-grün-weiß sind unsere Farben!

      Nur der FCA!

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      Wetten was

      Zwischenzeitlich die Einteilung der UEFA Nations League. Vier Gruppen mit Auf- und Abstieg, in der ersten Gruppe Play-offs, dazwischen verschiedene Modelle – Testspielereien anstelle von Testspielen! Und finden dann gar keine Testspiele gegen Teams aus anderen Kontinentalverbänden mehr statt?

      Warum nicht gleich zusätzlich eine FIFA Nations Leaque unter Einbeziehung aller Verbände mit 40 Gruppen à fünf bis sechs Mannschaften, Play-offs und –downs, Überkreuzvergleichen und Eckenverhältnis, einschließlich globaler Übertragungsrechte aller Halbzeitansprachen – Fußball verbindet.

      Wer erinnert sich noch an die Zeit als die Anzahl internationaler Spiele geringer war, 70 oder 80 Länderspieleinsätze als herausragender Wert internationaler Erfahrung galten? Auch die Rekordwerte dieser Statistik werden weiter steigen.

      Ob dies die Entwicklung des Spiels weiter bringen kann? Und gibt es nicht irgendwann doch das Ende einer Fahnenstange? Bis dahin muss aber sicherlich noch mit vielen weiteren Einfällen gerechnet werden.
      Vielleicht könnte ja übergangs- und nur testweise eine chinesische Auswahl in der Europaliga mitwirken?

      Fortuna Düsseldorf erhält vom FC Bayern eine Entschädigung dafür wenn der Aufstieg in die erste Liga verpasst werden sollte. Vermutlich gibt es sehr viele auch merkwürdige Vertragsdetails, die so nie an die Öffentlichkeit gelangen – und vielleicht auch besser so.Aber wenn schon seit längerem mögliche Abstiege von den Vereinen versichert werden erscheint dies als erster Schritt irgendwie gegen den Aufstieg Rücklagen zu bilden – Wettbewerbsverzerrung scheint der falsche Vorwurf zu sein.

      Fast alles scheint sich im Fußball längst abzusichern lassen. Gegen was ließen sich abseits sportlicher Misserfolge und Prämien noch Versicherungen abschließen?
      Sicherlich nicht gegen die Auswirkungen post-kommerzieller Auswirkungen auf Vereine und stetig gewachsene Strukturen. Noch weniger gegen immer wieder überraschende Verbandsideen und Änderungen an Spielregeln und -format.
      Auch scheinen sich fortschreitende Entwicklungen am Transfermarkt versicherungsmathematisch nicht dauerhaft absichern zu lassen.

      Alles was nicht auf dem Platz stattfindet und auch noch nicht versichert werden kann könnte aber ja gewettet werden. Spätestens bei diesem Thema scheint dann, trotz rechnerisch geringerer Gewinnerzahl, noch mehr möglich.
      Vielleicht neben der Wette welcher Masseur welchem Co-Trainer folgt auch noch das Angebot das in der zweiten Halbzeit während eines beliebigen Rückrundenspiel ein Physiotherapeut kalte Füße bekommt. Oder wann wird das erste Vereinsmaskottchen wirklich Wechselabsichten hegen?

      Nicht nur wetterbedingt ein schönes Wochenende für den Fußball in Augsburg. Zum dritten Mal in einem Ligaspiel dieses Jahr gegen Hoffenheim und eine Mannschaft die als solche auftritt. Nach den ersten zwei Spieltagen war doch irgendwie schon festgestanden, dass der Kader zu groß wäre, der Trainer der falsche und überhaupt Augsburg auf dem absteigenden Ast ist – und nun?
      Alles gedreht, die richtige Kadergröße, zentrale Positionen doppelt besetzt, plötzlich alles beispielhaft – die Mannschaft macht Spaß und zeigt was Fußball auch ist.

      Und vermutlich hat dies neben verschiedenen anderen Faktoren eben auch mit dem Trainer zu tun.
      Es ist zu wünschen dass eine bestimmte Form der Kontinuität auch weiterhin beim FCA Bestand hat. Ein Alleinstellungsmerkmal - noch dazu verbunden mit sportlichem Erfolg - das in mehrfacher Form auffällt, darf sich gerne genau so weiterentwickeln.

      Auch am Sonntag sehenswerter Fußball: In ungewohnter Umgebung ein Spiel dass bei einer Spielklasseneinschätzung wohl anders zugeordnet worden wäre und verbunden, auch beste Werbung für gegnerunabhängige höhere Besucherzahlen in der Rosenau ist.

      Eine ganz andere Wahrnehmung beim nächsten Gegner: Alte Liebe im neuen Gewand.
      Nach dem Pausenjahr in der 2. Liga und dem gelungenen Saisonstart fast der Gedanke dass es im Zusammenhang mit der Begrifflichkeit 50 + 1 auch um die mögliche Punktezahl von Hannover 96 gehen konnte.

      Mit gleicher Punktzahl am 9. Spieltag ein Aufeinandertreffen trotz knapper Abstände bei dem der Sieger den Anschluss nach oben wahren kann. Und der allgemeinen Wahrnehmung und sportlichen Tendenz folgend die Chance für den FCA weiter Werbung in eigener Sache zu machen. Gutes Spiel!

      Nur der FCA!
      Entwicklungen

      Zu einer fortschreitenden Etablierung als Bundesligaverein mag es immer wieder Entwicklungsschritte geben die möglicherweise erst im Nachhinein als bedeutsam gesehen werden. Dieser Aspekt streift auch in der Rückbetrachtung das Auftreten vom vergangenen Spieltag.

      Und, gegnerunabhängig, die Überlegung wie die Wahrnehmungen wären wenn das begonnene Spielsystem in entsprechender Intensität über 90 Minuten, einschließlich der Verwertung aller Torschussmöglichkeiten, beibehalten geworden wäre?

      Vermutlich wird es immer solche Spiele geben, wie auch genau umgekehrt gewonnene Punkte - dies kann auch zu wichtigen Schritten einer Weiterentwicklung und Reifung beitragen - Stabilität und Konstanz benötigen Zeit und Erfahrungen.

      Interessant hier auch die allgemeine Berichterstattung über den FCA in den Medien. Spielverlauf und Ergebnis wurden überwiegend auf Basis der tatsächlichen Darbietung beschrieben und analysiert.

      Auch das darf als erarbeitet betrachtet werden, auch wenn öfter schon eine feinere Differenzierung abweichend gängiger Grundmuster, wünschenswert gewesen wäre. Den langsam fast tradierten und sich wiederholten Grundannahmen folgend, Augsburg ist immer der erste Abstiegskandidat, in Augsburg wird überwiegend ruhig und solide gearbeitet, folgt, dass ein schlechter Saisonstart den ersten, ein guter den zweiten Punkt bestätigt.

      Und auch im siebten Jahr Bundesliga darf zwischenzeitlich die immer wieder vergebene Begrifflichkeit Überraschungsteam zur Kenntnis genommen werden, die aber keine tatsächliche Aussage zu einer erkennbaren Entwicklung darstellt.
      Eine dahinterstehende Überlegung drehend vielmehr die Frage wie es denn um andere Mannschaften steht?

      Als Beispiel die Vereine, die sich vor Jahren als Team Marktwert präsentierten: Aktuell sportlich schlechter platziert: Köln, Bremen, Hertha, Stuttgart und trotz gutem Start und Sieg gegen Augsburg, der HSV. Nur die Eintracht steht mit Platz 7 besser in der Tabelle.

      Dazu auch ein Blick auf den Ausschnitt der ewigen Tabelle seit dem Bundesligaeinzug des FCA 2011: Aus dieser Gruppe sind nur Bremen und Hamburg im Vergleichszeitraum komplett erstklassig gewesen, der FCA ist hier auf Platz 9 am besten platziert.

      Auch der Blick hinsichtlich der Verteilung der Fernsehgelder oder von Transferaktivitäten unterstützt die Annahme dass Augsburg in der Liga mit dabei ist. Dies schließt nicht aus dass dieser Status immer wieder aufs Neue bestätigt werden muss, bestätigt aber eben auch das Arbeiten und die Ergebnisse der letzten Jahre.

      Am nächsten Spieltag nun gegen Bremen, in der Bundesliga bisher noch ohne Sieg auf Platz 17 stehend. Der Pokalerfolg gegen Hoffenheim unter der Woche soll für Werder, trotz ungewohnt defensiver Spielweise, der Ausgangspunkt für neuen Schwung sein.

      Unter den Erwartungen der bisherigen Saisonverlauf des viertstärksten Rückrundenteams der vergangenen Spielzeit, dazu erst drei Tore in neun Ligaspielen. Die Hoffnungen ruhen hier auf dem seit vergangenem Wochenende wieder Spielpraxis sammelnden Max Kruse, der in der letzten Spielzeit 15mal für Werder traf.

      Dreimal ist Bremer Recht, wenn auch nicht bezogen auf die Bremensie Thomas Schaaf. Sollte er tatsächlich in neuer Funktion zurückkehren auch der Versuch etwas einer zurückliegenden erfolgreicheren Zeit des Vereins zu beschwören. Insgesamt drei Meisterschaften und fünf Pokalsiege als Trainer und Spieler, dazu der Europapokal der Pokalsieger in über vierzigjähriger ununterbrochener Vereinszugehörigkeit sind mit seiner Person verbunden.

      An den Vergleichen gegen Werder Bremen, dritter der ewigen Tabelle und Gründungsmitglied der Liga, und den jeweiligen Tabellenplätzen lässt sich auch die Entwicklung des FCA mit erkennen.
      In den letzten siebeneinhalb Jahren, ausgehend vom DFB-Pokal-Halbfinale bis heute haben sich die Wahrnehmungen deutlich geändert. Der FCA tritt mittlerweile zum siebten Mal als Bundesligist im Weserstadion an.

      Auch wenn es zwischenzeitlich überzeugende und erfolgreiche Spiele gegen Spitzenmannschaften gab, sind es die Vergleiche gegen die auch etablierten Vereine in der Liga, an denen vieles bewusst wird. Dies zeigt sich auch unabhängig der tatsächlichen Ergebnisse an Auftreten und Spielweise.

      Der weiteren Entwicklung von Spiel zu Spiel folgend scheinen dies mit die entscheidenden Erkenntnisse und machen weiter Neugier auf mehr. Gutes Spiel!

      Nur der FCA!

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      Es gibt hier verschiedene Darstellungen der ewigen Tabelle, die sich dadurch unterscheiden, dass entweder die tatsächlich erreichten Punkte gezählt oder alle ab 1963 gewonnenen Spiele mit 3 Punkten gewertet werden (einschließlich der Spiele vor 1995/96).

      Der Falsche Einwurf bezieht sich aufgrund der Vergleichbarkeit eigentlich grundsätzlich auf die Variante das alle gewonnenen Spiele mit 3 Punkten gerechnet werden.

      Hier aber hat er sich von der Thematisierung in Bremen und Dortmund am 3. Spieltag der Saison 2016/17 leiten lassen, die sich auf die gemischte Variante (2 Punkte bis 1994/95, danach 3 Punkte pro Sieg) bezieht.

      Die Statistik des DFB rechnet ebenfalls alle gewonnenen Spiele mit drei Punkten.

      Der aktuelle Stand:

      1. FC Bayern München (3545 Punkte)
      2. SV Werder Bremen (2734)
      3. Hamburger SV (2709)
      4. Borussia Dortmund (2695)


      Vielen Dank für den Hinweis und sorry für das Versehen!

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      Ergänzend hierzu noch ein anderer aktueller Tabellenausschnitt (nach dem 9. Spieltag):

      ...

      28. SV Waldhof Mannheim (285 Punkte)
      29. Kickers Offenbach (282)
      30. Rot-Weiss Essen (262)
      31. FC Augsburg (260)



      Nach dem 10. Spieltag:

      28. SV Waldhof Mannheim (285 Punkte)
      29. Kickers Offenbach (282)
      30. FC Augsburg (263)
      31. Rot-Weiss Essen (262)

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      Sturmwarnungen

      Es mag sehr unterschiedliche und eher ungewöhnliche An- und insbesondere Abreisen zu und von FCA-Spielen zu geben – und dies scheint nicht nur die Mannschaft zu betreffen. Doch alle die dieses Spiel im Stadion verfolgen konnten, sahen wieder einen FCA spielen, der von Woche zu Woche immer neugieriger macht.

      Auch in der aktuellen Tabellenkonstellation die nicht ganz so vorsichtige Frage, ob die Reihung in der Liga nicht durch die Resultate kontinuierlichen Arbeitens und teilweise schönen, aber aktuell auch erfolgreichen Fußball zustande kommen.

      Den schlechteren Tabellenstand vermeintlich größerer Vereine oder deren wirtschaftliche Probleme der Existenz und dem Erfolg der Vereine, die noch nicht so viele Jahre Zugehörigkeit zur Bundeliga vorzuweisen haben, anzulasten, hilft den älter Etablierten nicht weiter und führt um dieses Wort zu verwenden bestenfalls zu einer "Verzwergung" des Verständnis von sportlichem Wettbewerb - mit Tradition und deren Wahrung hat dies eher nichts zu tun.

      Unabhängig welcher Gegner, bestehende Serien oder sonstige Äußerlichkeiten, jedes FCA-Spiel beginnt auch bei null. Und wenn es für Fußballspiele tatsächlich Drehbücher geben könnte, die Handschrift scheint langsam immer deutlicher, dazu am vergangenen Sonntag auch die erfolgreichen Abschlüsse genau in den richtigen Momenten.

      Zwei Augsburger nach dem 10. Spieltag mit auf dem dritten Platz der Torschützenliste. Im Anschluss passend zum Sturmtief Herwart noch weitere Chancen - die Wahrheit zeigte sich diesmal eben auch im Ergebnis.

      Im dritten Versuch vorbei an Rot-Weiss Essen und in der ewigen Tabelle der Bundesliga auf Platz 30 gelandet. Wohlmöglich wird der FCA sich in dieser Statistik und in dieser Spielzeit noch weiter nach vorne bewegen, dennoch ein Versuch der Einordnung auch dieser Leistung.

      In der Saison 1976/77 als RWE zuletzt erstklassig spielte war Borussia Mönchengladbach das letzte Mal Deutscher Meister und Franz Beckenbauer bestritt seine letzten Auftritte als Spieler für Bayern München.
      Essen holte die letzte Punkte am vorletzten Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf - Torschützen beim 5 : 3 waren auch Werner Lorant und dreimal Horst Hrubesch.

      Vor dem 14. Versuch die Behauptung, dass es keine Angstgegner geben kann. Und nicht der Blick auf die Bilanz sondern die Erinnerung an manche Spiele und deren Ablauf zeigt, dass jedes Ereignis eintreten kann.
      Mitunter gelungene Auftritte, 3:0-Führung, Ausgleich durch den Torhüter in der letzten Minute, alles scheint möglich – warum also nicht der erste Bundesligaerfolg gegen Leverkusen?
      Durch die drittmeisten Tore in der Liga einen Platz vor dem FCA in der Tabelle hat Leverkusen andere Ziele für diese Saison. Nach dem 12. Platz der vergangen Saison, der zweitschlechtesten Platzierung der letzten 20 Jahre, ist die Planung für diese Saison das Erreichen der europäischen Plätze.

      Dass, wie Sportdirektor Völler nach dem Spiel gegen den FC äußerte, der Videobeweis „ein Stimmungskiller“ sei, ist auch bei anderen Vereinen schon aufgefallen – ob die Fußballwelt dadurch nun gerechter ist oder nicht, eine andere Frage – aber ein bisschen Videobeweis geht eben auch nicht.
      Geradezu passend dazu die Meldung des DFB der zufolge der Videoassistent noch mehr Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen soll.

      Mit was konnte man sich als Fußballinteressierter die letzte Woche noch so beschäftigen?
      Die wievielte Idee zur Regelung des Regionalligaaufstiegs auch immer, oder das Abschneiden der deutschen Teilnehmer in den europäischen Wettbewerben?
      Ist dies nun schon so gravierend dass die Suche nach einem neuen Nationaltrainer beim 39. der FIFA-Weltrangliste in der täglichen Berichterstattung von Bedeutung ist? Mit der Vergabe der Europameisterschaft 2024, dem aktuellen Stand des Frauenfußballs in Deutschland oder Steuernachzahlungen für das Sommermärchen?
      Und in China sollen, passend zur Woche des Weltspartags, Spieler für den Aufstieg in die zweite Liga Phantasiesummen erhalten.

      Dazu noch die Ankündigung der weitere Aufsplitterung der Bundesligaspieltage durch einen übertragenden Sender in den nächsten Jahren - mögliche Erwartungen hinsichtlich der Anstoßzeiten könnten dann noch einmal deutlich übertroffen werden.
      Dies dürfte dann auch zukünftig die Phantasie möglicher An- und Abreisen Fußballinteressierter weiter beflügeln - auch wenn es jetzt schon längst reicht.

      Aus Augsburger Sicht besser der Blick auf die Tabelle: Nach 10 Spieltagen 15 Punkte, 8 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, und, als Momentaufnahme, einfach nur das Geschehen auf dem Platz - Spieltag für Spieltag.

      Vom Sturmtief als Mannschaft weniger betroffen die Hoffnung auf Fortgang gezeigter Anlagen und Spiel - wann wirds endlich wieder Samstag - gutes Spiel!

      Nur der FCA!

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      Neu

      Beweise

      Der Auftritt der Mannschaft im letzten Spiel ließ verschiedenes erkennen: Neben der hohen Einsatzbereitschaft waren dies verschiedene andere Prozesse, wie auch eine andere Aufteilung der 90 Minuten. Dies zeigt einen weiteren Entwicklungsschritt.

      Auch das Auftreten und das erste Ligator von Kevin Danso sind nicht nur als Zeichen individueller Stärke sondern als Teil des Gesamtbildes des FCA zu werten, wenngleich manche Einschätzungen auch hier weitere Hoffnungen machen dürfen.

      Auch wenn es im 13. Liga- und 15. Pflichtspielvergleich [sorry für den Rechenfehler im letzten Beitrag] wieder nicht ganz zum ersten 3er gelangt hat macht es weiter Spaß die Spiele zu begleiten – und irgendwann wird auch diese Serie reißen.

      Der Videobeweis, mit allem das dazu gehört hat das Zeug zum Evergreen: Jede Woche neue Meldungen, Einschätzungen und Interpretationen. Vermutlich ist der Videobeweis längst schon die am häufigsten erwähnte Situation eines jeden Spieltags, die nicht ausschließlich im Stadion entschieden wird.

      Neueren Mitteilungen zufolge soll nun auch einem zweiten Videoassistenten eine größere Rolle zukommen. Einschließlich des Schiedsrichtergespanns nähert sich die Gruppengröße der Unparteiischen nun auch einer Mannschaftsstärke – eine erste Auswechselung an der Spitze ist auch bereits erfolgt.

      Hand oder nicht? Wann und wann auch wieder nicht? Fragen, die mittlerweile auch zu grundsätzlichen Überlegungen und getrennten Auffassungen im ehemaligen Unterstützerkreis führen. Die Verwendung des Worts „Gerechtigkeit“ in diesem Zusammenhang führt das ganze Theater mittlerweile fast in eine Richtung philosophischer Grundfragen.

      Nur eine Frage der Zeit wann die nächsten Vorschläge gemacht werden: Vielleicht sollten alle strittigen Spielsituationen per Video im Stadion übertragen und per TED entschieden werden. Vielleicht hierzu eine paritätisch besetzte Gruppe aus Schiedsrichtern, Sportverantwortlichen oder noch besser die Einführung von Laienrichtern für Sportveranstaltungen?

      Auch ließe sich manche Fußballweisheit umdichten: Die Wahrheit ist der VAR! Oder verniedlicht in Verbindung mit optischen Signalen bei Einsatzoptionen pro Mannschaft und Halbzeit: „Ob ihr Recht hab oder nicht …“

      Vielleicht kommt aber bis zur Klärung aller bereits vorhanden oder auch weiterhin entstehenden Fragen die einfachste Übergangslösung zum Tragen: „Stadionverbot für alle Videobeweise“.

      In der Zwischenzeit zwischen den Ligaspieltagen auch wieder kurioses: Das Länderspiel, was erlauben sich die Fußballinteressierten, gegen Frankreich ist nicht ausverkauft. Dazu noch mehr oder weniger erstaunliche Berechnungen der durchschnittlichen Zahlen von Stadionbesuchern in der Liga – ob demnächst dann auch noch die Fernsehrechte günstiger werden?

      Zu lesen auch Meldungen demzufolge das Mutterland des Fußballs im Zuge eines ernsten Vergleichs Elfmeterschießen trainieren möchte. Ob das wirklich weiterhilft, weiß doch jeder englischer Spieler in der entsprechenden Situation dass Portugal, Argentinien, Deutschland und Italien immer im Elfmeterschießen gewinnen – auch wenn nur drei der vier genannten Länder beim nächsten Weltturnier dabei sein werden.

      Eine andere Frage, offen vom letzten Spieltag, ob der Mainzer Torhüter Robin Zentner auch ein guter Elfmeterschütze ist, lässt sich mangels Sportgerät in der speziellen Szene nicht beantworten.
      Abschließend auch noch der Vorschlag Spiele nicht anzupfeifen oder gar abzubrechen bei unerwünschten Rufen gegen bestimmte einzelne Personen oder Institutionen – unberücksichtigt mitunter berechtigter Selbstreflexion – wohlmöglich eine neue Perspektive gewaltfreien Spielabbruchs.
      Es wird einfach wieder Zeit für den nächsten Spieltag und neue Vorschläge zum Videobeweis.

      Am nächsten Samstag nun nach München, und jedes Spiel hat die Chance ein besonderes zu werden. Genaugenommen liegt die Punktequote in den Vergleichen zum nächsten Gegner auch vor dem Spiel bereits höher als der Vergleich gegenüber dem letzten.

      Ob es tatsächlich einen Bonus für größere Vereine gibt, oder technische Hilfsmittel in der Vergangenheit zu anderen Spielausgängen geführt hätten ist letztlich unbedeutend. Neben der aktuellen Entwicklung auch der Hinweis dass der FCA bereits zweimal gegen München gewonnen hat, und sich Mannschaftsleistungen nicht immer über Spielzeiten hinweg vergleichen lassen.

      Ohne Druck und mit Freude am Spiel auftreten, den Schwung von vor der Pause mitnehmen, den besten Ligastand nach elf Spieltagen im Rücken, von Spiel zu Spiel reifen – Auf geht’s Augsburg – gutes Spiel!

      Nur der FCA!