• Abschlussspiel

    Im letzten Heimspiel der achten Bundesligasaison das bisher torreichste Spiel gegen die Hertha - und dabei einiges, das an die vergangene Spielzeit erinnerte. Ergebnisunabhängig ein Spiel, das auch so möglich war, weil es für beide Teams nicht mehr um alles ging.
     
    Zum letzten Spieltag noch einmal der Rückblick auf den sportlichen Saisonverlauf: Der FCA startete gut in die Saison, und es gab auch spielerisch einiges zu sehen. Mit der Zeit dann sehr unterschiedliche Auftritte: Eine längere Phase ohne sportlichen Erfolg, abwechselnde Auftritte, Niederlagen und Erfolge.
      
    Dazu für Augsburg eher ungewohnte Entwicklungen in Mannschaft und Umgebung, die letztlich aber auch als eine Form der Emanzipation wahrgenommen werden können.
    Der FCA hat sich in der Bundesliga etabliert, und ist auch in anderer Form in der Liga angekommen.
      
    In der Vorrunde die Spiele in Düsseldorf, gegen Mönchengladbach und Freiburg, in Dortmund oder gegen Frankfurt, und in Stuttgart - in der Rückrunde die Auftritte in Mönchengladbach, Bremen und Freiburg oder gegen Dortmund, Hannover, Stuttgart oder in Frankfurt: Sehr unterschiedliche Gesichter, die die Mannschaft gezeigt hat.
    Dazu ein Trainerwechsel und aktuell 32 Punkte - 30 hätten diese Saison zum Klassenerhalt gereicht.
      
    Mehrere Kuriosa, standortuntypisch oder auch nicht: Auch wenn in Augsburg nicht alles anders ist, so gab es hier manches lange schon nicht mehr in vergleichbarer Form.  
    Aber, wie auch immer Erwartungen und Vorstellungen im Laufe der Saison sich verschieden gewandelt haben mögen, der FCA ist weiter erstklassig - und bleibt unter den besten Achtzehn - hoffentlich auch mehr als neun Jahre.
     
    Neben den Pokalauftritten in Haiger und Kiel sowie gegen Mainz und Leipzig auch diverses rund um den 111. Geburtstags des Vereins: Der FCA hat sich auch in anderer Form weiterentwickelt.
    Dabei weiterhin die eigene Identität zu bewahren, und die Balance zwischen den verschiedenen Interessen zu halten bleibt als eine der wichtigsten Aufgaben erhalten.
     
    Ein Wiedersehen an seiner letzten Trainerstation gibt es am Samstag für FCA-Trainer Martin Schmidt.
    Während es für den FCA um einen versöhnlichen Saisonausklang geht, spielt der VfL noch um die internationalen Plätze beim letzten Spiel mit Bruno Labbadia auf der Bank.
      
    Und das Transferkarussell beginnt sich langsam auch wieder erkennbar zu drehen. Wer bleibt? Wer kommt? Auch hier werden über die Sommerpause wieder verschiedene Namen gehandelt werden.
    Am längsten in der Mannschaft waren bisher: Daniel Baier, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Dong-won Ji, Ja-Cheol Koo, Jan Morávek, Philipp Max, Christoph Janker und Konstantinos Stafylidis.
    Stellvertretend alles Gute, für die, die den Verein verlassen, und ein wenig mehr noch an die, die bleiben.
      
    Und wer neben dem 1. FC Köln auch noch direkt in die Bundesliga aufsteigen wird, oder die Relegation gewinnen wird, der Hamburger SV wird es nicht sein. Zusammen auch mit Nürnberg, Hannover und dem Drittligazweiten Karlsruhe wird es wieder eine zweite Liga mit traditionsreichen Namen sein - und der FCA bleibt weiter erstklassig.
     
    Schon oft genug erwähnt, darf dies auch weiterhin betont werden, und dient auch dazu diese manchmal etwas ungewöhnliche Saison einzuordnen.
       
    34 Spiele in der Liga und vier im Pokal weiter - es gab auch in den vergangenen zehn Monaten wieder viel gemeinsam zu erleben - auf und um dem Platz. Das Ziel Zusammenhalten bleibt immer bestehen - und rot-grün-weiß sind unsere Farben. Gutes Spiel!


    Nur der FCA!

  • Nachgehakt:


    "Ein Spiel wie gemacht für ein Saisonfazit! Uninspiriert, in Teilen lustlos, zwischendurch positive Momente - typisch für einen Kick um die "Goldene Ananas". Freundschaftsspiel eben! Der Spannungsabfall war zu greifen - aber auch die nüchterne Feststellung, dass dieses Team im aktuellen Zustand und in der derzeitigen Besetzung nicht bundesligatauglich ist.“ Soweit ein Zitat aus der AZ, wo ein Leser diesen Kommentar abgab. Es tut mir leid, aber man muss uneingeschränkt beipflichten bei der Bewertung des Berlin-Spiels. An anderer Stelle las man sinngemäß, der umstrittene Elfer in letzter Sekunde sei zur rechten Zeit gekommen, habe er doch dazubeigetragen, den Blick auf das aktuelle Leistungsvermögen nicht zu vernebeln, und dass ein Remis alles andere als verdient gewesen wäre; zu deutlich hätte uns Hertha vor allem in Halbzeit zwei dominiert. Auch das sicher gerechtfertigt. Was also noch anmerken vor dem letzten Saisonspiel in Wolfsburg?


    Cesar Menotti hat dankenswerterweise den generellen Rückblick verfasst. Ich denke es ist durchaus noch einmal angebracht, auf die häufigen und kaum zu erklärenden Formschwankungen einzugehen. Sie haben uns zu einer wahren Wundertüte verkommen lassen, über die üblichen, weil normalen mit dem Fußballsport vergesellschafteten Unwägbarkeiten hinaus. Man muss, wenn man ehrlich ist, davon ausgehen, dass es wohl offensichtlich hinter den Kulissen doch hin und wieder mehr gekracht hat als dies bei uns bisher üblich war. Damit verbunden waren gewisse psychologisch begründete Einstellungsprobleme bei dem einen oder anderen Akteur, die in der Summe doch überdurchschnittlich häufig zu einem Schlendrian führten, den wir bisher so nicht hatten in der Truppe. Dazu kamen immer wieder Formschwächen, manifeste oder nicht auskurierte Verletzungen und schon passiert das, was wir leider allzu häufig mit ansehen mussten in dieser Spielzeit. Irgendwie wird man auch den Verdacht nicht los, dass mehr als einem lieb sein kann auch gewisse Einstellungs- und Motivationprobleme zur sehr durchwachsenen Saisonleistung beigetragen haben. Wichtig scheint mir vor allem, sich jetzt nichts vorzumachen, sondern die Dinge beim Namen zu nennen und einen top motivierten Kader für die nächste Spielzeit zusammenzustellen. Dass die magere Anzahl von 30 Pünktchen auch zukünftig zum Klassenerhalt reicht – davon sollten wir lieber nicht mehr ausgehen. Wolfsburg steht noch mit einigen Teams in der Konkurrenz um eine internationale Teilnahme. Wir sollten uns nicht die Blöße geben und das Spiel abschenken; kommt nämlich überhaupt nicht gut bei eventuell davon betroffenen Gegnern. Unter diesen Prämissen ein letztes Mal diese Saison: Gutes Spiel – nur der FCA!

  • Sommerpausenfrische

    Wieder ist ein ereignisreiches Bundesligajahr vorüber. Bestehend aus ganz unterschiedlichen Phasen und Wechseln innerhalb der Saison waren es sportliche Leistungen, Ergebnisse und verschiedene andere Situationen, die zunächst in den Sinn kommen.


    Zum 111 Jahr der Vereinsgeschichte ein Film, in dem vieles wieder bewusst wurde was den FCA ausmacht, eigene Geschichten und Besonderheiten, und warum der Verein eben nicht vergleichbar ist.


    Kein Spektakel während der Saison, sondern eine Form der Emanzipation. Der FCA hat sich in der ersten Bundesliga etabliert, und vieles, das ungewöhnlich erscheinen mag, ist nichts anderes als ein Teil von Prozessen, die immer wieder und überall auftreten können. Entscheidender ist der Umgang damit - und: Augsburg ist und bleibt Bundesliga!


    Auch nach dem achten Jahr Bundesliga ist es der Verein in den Farben rot, grün und weiß, der weiter an seiner eigenen Geschichte schreibt, und auch sportlich durch verschiedene Auftritte, auf sich aufmerksam machte.


    Nicht nur der gelungene Saisonauftakt, die Spiele in Dortmund, gegen Freiburg und zuhause im Pokal - dann als es tatsächlich darauf ankam, war es auch die Mannschaft, die überzeugte.


    Es mag ganz unterschiedliche Erwartungshaltungen geben, die erste aber ist die Beibehaltung des Status quo, die Ligazugehörigkeit, und alle anderen sind immer perspektivisch. Darunter eben auch die Einbindung von Spielern aus dem eigenen Unterbau. Und da waren einige Ansätze in der vergangenen Spielzeit, die weitere Hoffnungen erlauben.

    Wie auch immer sich die Mannschaft in Strukturen, Systemen und Positionen entwickeln wird, entsteht auch ein Teil der Identifikation über eben diesen Weg.


    Auch in der kommenden Spielzeit greifen wieder die gleichen Gesetzmäßigkeiten, und es geht sportlich zunächst gegen den Strich. Dazu aber auch die weitere Entwicklung von Mannschaft und Umfeld, um auch perspektivisch unter den ersten 15 zu bleiben. Manches sollte eben nie enden - und, unabhängig der Ligenzusammensetzung, erstklassig bleiben.


    Auch in der vergangenen Saison wieder die unterschiedlichsten Ideen und Einfälle von vermeintlichen Entscheidern, denen mancher Bezug zum Spiel schon längst abhanden gekommen scheint.

    Handspiel, Elfmeter, Videobeweis, Europapokalreform, Superliga, Weltmeisterschaften mit mehr oder weniger Teilnehmern - schwer diese Auflistung vollständig zu gestalten. Jede Idee bringt wieder neue Änderungen, und jede Anpassung birgt wieder Nachjustierungen in sich. Niemals vergessen: Im Mittelpunkt bleibt immer das Spiel!


    Manche vermeintliche Konstanten wechseln sich über die Zeit, Mannschaften ändern ihre Gesichter, und das Umfeld entwickelt sich weiter. Was bleibt ist immer die Freude am Spiel und den eigenen Farben: Augsburg hält zusammen - im eigenen Stadion und unterwegs.

    Die Reiseziele haben sich über die Jahre geändert. Seit 2006 wieder bundesweit, und in den letzten acht Jahren erstklassig, wird sich daran auch in der nächsten Saison nichts ändern.


    Eine eigene Kultur: Viele Bezüge und Menschen - gemeinsames Erleben und eigene Geschichten, die sich auch unabhängig von den Geschehnissen auf dem Rasen entwickelt haben. Auch diese sind mittlerweile saisonübergreifend ein großer Teil dieses Verstehens geworden. Und entwickeln sich auch weiter.


    Wie auch Fußball und Liga: Bis nach der Sommerpause, wenn es wieder weiter geht mit dem richtigen Fußball, samstags, halb vier, und es wieder
    heißen wird: "Wagner, Josef - wie steht's?"


    Nur der FCA!



    Der Falsche Einwurf bedankt sich auch nach dieser Saison gerne bei allen Freunden und Lesern für Kritik und Anmerkungen, bei dem und den Administratoren des Forums grundsätzlich, und wünscht allen eine schöne fußballfreie Zeit.Und auch zur nächsten Spielzeit erscheint der Falsche Einwurf wieder zu jedem Pflichtspiel des FCA getreu dem Motto: "Zeilen für Fußball-Art und Ballfreiheit - knapp über der Stammtischkante."

  • Vorgedacht:


    Auf einige Jahrzehnte BCA- und FCA-Fanerfahrung kann ich mittlerweile zurückblicken. Mit zu den schönsten und erfreulichsten Begleiterscheinungen zählten dabei immer Erstbegegnungen. Man wird quasi in eine Liga hineingeboren, in meinem Fall Oberliga Süd mit dem BCA und bewegt sich in diesem Umfeld während einer Saison. In meinem Fall so in etwa Club bis VfB. Schwaben war übrigens auch dabei, musste aber bald darauf in die Oberliga Süd II 'runter. Auf- und Abstiege, Freundschaftsbegegnungen, Pokalauslosungen, internationale und nationale Turniere (Pfingstturnier!!) und der sonstige Spielbetrieb und nicht zuletzt auch Spielerwechsel bringen es mit sich, dass man lernt, über seinen eigenen Tellerrand hinauszublicken, etwas über andere Teams zu erfahren, mit der Zeit gleichgesinnte Fans anderer Regionen kennenzulernen und damit den eigenen Horizont, so man denn will, erweitern zu können.


    Das war mein erster Gedanke, als wir bei der jetzigen Auslosung dem SC Verl zugeteilt wurden, und ich habe mich irgendwie gefreut: Wieder ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Fußball-Landkarte, der nach dem 10.8.2019 nicht mehr weiß sein wird. Mal sehen, wie es so läuft dort, auch, was für Typen denn die Verler so sind, wie sie sozusagen fußballerisch ticken. Und siehe da, sie haben es mich gleich mal vorab wissen lassen: Wir interessieren uns mehr für den Gegner, der uns zugelost wird, nachdem wir euch abserviert haben, ihr namenlosen BL-I-Loser; von Wolfsburg im letzten Saisonspiel abgeschossen worden - mit euch ist nun wirklich kein Staat zu machen. Dieses Gehabe passt nicht in meine Fußballwelt, sorry! Verl findet ohne mich statt. Diesbezüglich bleibt der weiße Fleck.


    Ich werde meinen Fußballerhorizont dennoch erweitern am 10. August. Die Zweite spielt da ja in München gegen Türk-Gücü, wieder einmal so eine hochambitionierte Retortenmannschaft, von der man noch nicht weiß wie es in zwei, drei Jahren nach den ersten unausweichlichen Rückschlägen aussehen wird. Aber immerhin, die können wenigstens nicht von uns sagen, wir seien ihnen nicht attraktiv genug. Die sehen wir auf jeden Fall im Rückspiel wieder und auch da wird es um Punkte gehen; und wir werden uns schon ein klein wenig kennen; und darüber freue ich mich schon heute.

  • Pokalreisen

    Was ist in der Zwischenzeit alles passiert? Die deutsche U-21-Nationalmannschaft ist Vize-Europameister geworden - drittbester Torschütze war dabei ein FCA-Spieler.

    Medial inszenierter fand die Frauen-Weltmeisterschaft statt - bei der nächsten Durchführung in einem noch nicht ermittelten Land soll diese, trotz mancher Zweifel am vergleichbaren Niveau etwaiger Teilnehmerländer, noch verstärkt werden. Irgendeine neue Idee muss der Verband ja haben.

    Und die Regeln wurden wieder angepasst: Der Abstoß darf jetzt bereits im Strafraum angenommen werden, Trainer verwarnt werden, und Hand ist, wenn der Schiedsrichter dies pfeift. Dazu noch die neue Regel für Torhüter, die ein wenig beim Elfmeter über der Linie schweben dürfen.

    Einige Wechsel beim FCA: neue Spieler, und Spieler, die den Verein mehr oder weniger lautlos verlassen haben.

    Was für Veränderungen sonst noch erfolgen, wird sich spätestens bis zum Ende der Transferzeit, in der allgemein zu viele Summen immer weiter steigen, zeigen.

    Nun aber zum richtigen Fußball: Nach der Vorbereitungsphase am kommenden Samstag der Pflichtspielauftakt des FCA im DFB-Pokal. Für die Mannschaft aus der Weltkulturerbestadt geht es in die Ölbachstadt, zum SC Verl. Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften.

    Nach dem Erreichen des Viertelfinales im vergangen Jahr gilt auch dieses Mal wieder das Ziel möglichst weit zu kommen. Die Deutschlandreise beginnt dieses Mal im Landkreis Gütersloh.

    Auch wenn sich die An- und Abreise für Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel etwas schwieriger gestalten könnte, überwiegt die Freude, nach Pokalauftaktspielen in den letzten zehn Jahren in Wilhelmshaven und Magdeburg, gegen den FV Ravensburg und in Haiger, auch hier wieder einen neuen Gegner zugelost bekommen zu haben.


    Dies macht eben auch den Reiz des Pokals aus, abseits der bekannten Ligaspielorte, neue Spielstätten und Vereine kennenzulernen.

    Der SC Verl erreichte bei damals 128 teilnehmenden Mannschaften in der Saison 1979/80 die dritte Runde des DFB-Pokals. Nach Siegen in Oldenburg und gegen Elversberg schied der Verein nachfolgend gegen den damaligen Zweitligisten Stuttgarter Kickers aus.

    Bekannte Gegner des SC Verl im Pokal waren auch der TSV 1860 München und Eintracht Frankfurt. 1999 gewann der SC Verl in der ersten Runde gegen Borussia Mönchengladbach mit 6:5 n. E. Entscheidender Schütze war der wohl bekannteste Spieler, der bisher das Trikot der Ostwestfalen getragen hat: Arne Friedrich.

    Weitere bekannte Spieler der Vereinsgeschichte sind neben dem heutigen FCA-Torwarttrainer auch Marco Gebhardt, Ansgar Brinkmann und
    Angelo Vier.
    Mit dem Fußball anderorts verbundene Namen, die als Trainer in Verl tätig waren, sind Bernhard Dietz, Dieter Brei, Heribert Bruchhagen, Gerd Roggensack, Uli Sude und Dieter Hecking. Als CoTrainer war der WM-2006-Teilnehmer David Odonkor 2013 beim Verein.

    Auch in der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga war der SC Verl einmal: Als Oberligameister ging es 1991 gegen Wolfsburg, Göttingen, TeBe und den späteren Aufsteiger FC Remscheid.

    Überregional aufgenommen wurde der Name des fünften der aktuellen Gesamttabelle der Regionalliga West, auch durch die Erwähnung im Wettskandal 2009.

    Nach dem siebten Platz in der letzten Saison kam der SC Verl am ersten Spieltag der Regionalliga West am vergangenen Freitag zu einem 1:1 bei RWO.

    Zwischen den bisher bekannteren ostwestfälischen Fußballstandorten Bielefeld und Paderborn nun also die Möglichkeit in Verl gut in die neue Saison zu starten, und als Mannschaft und Verein zu zeigen, dass der FCA, auch zu Beginn der neunten Bundesligasaison, nicht nur sportlich ein attraktives Los, sondern immer die richtige Wahl ist.
    Gutes Spiel!


    Nur der FCA!

  • Vereinleben

    Zu Beginn des neunten Bundesligajahrs wieder Erinnerungen an lange zurückliegende Regionalligazeiten. Eine abenteuerliche Anreise, genügend Zeit auf dem Rückweg das Zwischenzeitliche wieder etwas zu relativieren, und sich auf die Liga zu freuen.

    Zum ersten Spieltag geht es nun nach Dortmund. Es ist das 18. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, und einige davon sind in Erinnerung geblieben. Neben dem Auswärtssieg im Februar 2015 und den drei Unentschieden in Dortmund war es vor allem auch der letzte Auftritt, in dem der FCA ergebnisunabhängig eines der besten Saisonspiele machte. Dazu der Heimsieg in der Rückrunde - unabhängig der Erwartungshaltung und Zielsetzung des BVB, kann der FCA auch gegen und in Dortmund überzeugen.

    Verstärkt, mit breitem Kader und Mats Hummels als Heimkehrer gibt der BVB ein klares Saisonziel aus. Nach der Herbstmeisterschaft mit sechs Punkten Vorsprung und dem zweiten Platz zum Ende der vergangenen Saison, soll es diesmal wieder die Meisterschaft werden.

    Dazu, nach dem Film über die Entstehung, und einen der Mitbegründer des Vereins, nun eine Soap für die breite Anhängerschaft als Einstieg in die Saison. In der Summe entstehen dabei verschiedene Bilder eines Vereins von Tradition und Moderne auf unterschiedlichen Kanälen.

    Zu Beginn der 57. Bundesligasaison sind es wieder die üblichen Anfangsfragen nach den Spitzen- und Abstiegsplätzen. Zusammen mit dem Abschneiden der Mannschaften in den internationalen Spielen, der Verteilung verschiedener Gelder, und wo, welcher Kader noch wie ergänzt wird, fast alles wie jedes Jahr. Vielleicht noch das Abschneiden der Aufsteiger, wobei Union Berlin als 56. Verein, zum ersten Mal in der Bundesliga antritt.

    Fußball, das Handeln und die Aussagen unterschiedlicher Vertreter, haben auch Auswirkungen weit über den Platz hinaus.

    Wie das Stadion, sind auch die Vereine mit ihren Mitgliedern als gesellschaftlicher Querschnitt zu sehen. Nun mag es hierfür ganz unterschiedliche Wahrnehmungen und Sichtweisen geben - wenngleich manche Äußerungen außerhalb jeglichen Rahmens liegen.

    Dies betrifft nicht nur die Aussagen eines Fußballfunktionär, sondern die einiger Vereinsvertreter. Hier scheint neben weiterer Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit noch genügend zu tun. Leitbilder und mitunter als Marketing wahrgenommene Aktionen der Verbände sind hier deutlich zu wenig.

    Dies mag anderorts wiederrum umgekehrt sein, wenn größere Teile des Publikums andere Klischees bedienen. Auch wenn der Fußball als Mikrokosmos nicht alle gesellschaftlichen Aufgaben beantworten kann, können alle Beteiligten einen Teil dazu beitragen, dass umgeben von Offenheit und Toleranz, das Spiel im Mittelpunkt steht.
     
    Die meisten Fußballvereine haben eine aus der Historie gewachsene Entwicklung. Nicht nur aus Marketinggründen wird diese Geschichte auch verschieden präsentiert, und als Teil des Vereins gelebt. So unterschiedlich die Entstehungsgeschichten der Vereine sind, so verscheiden auch die jeweiligen Strukturen mit mehr oder weniger vielen anderen Abteilungen und verbundenem Engagement.

    Dabei gibt es sowohl Disziplinen, die bereits länger als der Fußball in einigen Vereinen verankert sind, wie auch andere, die später dazu kamen. Auch ohne Profibedingungen steht dabei die gemeinsame Ausübung und das gemeinschaftliche Erleben im Verein, auch über den Sport hinaus, im Vordergrund. So sind viele Vereine und deren Strukturen über die Jahrzehnte von unten nach oben gewachsen.

    Inwiefern sich eSports, als von oben und außen herangetragenes Phänomen hier einfügen lässt ist eine andere Frage für jeden Verein. Sich als Alleinstellungsmerkmal auf eigene Zielsetzungen zu konzentrieren, und nicht alle Trends mitzugehen, wäre auch eine weitere Form betonter Einzigartigkeit.

    Außer im der ersten Bundesligasaison, gegen Freiburg, und im letzten Jahr in Düsseldorf, hat sich der FCA zum Auftakt in der Liga eher schwergetan. Mit der neu zusammengestellten Mannschaft, und als vermeintlicher Außenseiter, ist aber auch in Dortmund, am ersten Spieltag, mehr als nur ein guter Auftritt möglich. Gutes Spiel!


    Nur der FCA!

  • Nachgehakt:


    Eigene Gesetze habe er, der Pokalwettbewerb, heißt es landläufig. Haben wir wieder mal gemerkt, könnten wir konstatieren, auf die Auslosung nächstes Jahr hoffen und uns schon mal Gedanken über professionelles, einem Bundesligisten, hoffentlich noch der ersten Bundesliga, würdiges Auftreten machen nebst kleinen unbedeutenden Randerscheinungen wie Finanzen, Reputation, Corporal Identitiy, Sympathiewerbung und so weiter und so fort. Dabei hat dieser Wettbewerb mitnichten eigene Gesetze, er bezieht seine Attraktivität nur aus K.O.-Modus und dem Reiz, dass Gegner, die sich einander bislang sportlich nie begegneten, an irgendeinem Ort zwischen Großstadtrevier-Vororten, Nostalgie-Fußballhochburgen und totaler Pampa gegenüberstehen; wo dann meist die Grillkapazitäten an ihre Grenzen, dafür aber die Stimmung in unerwartete Höhen gerät, und zwar weil von Haus aus klar ist: Wer hier mit der falschen Einstellung aufläuft, erlebt selbst als notorischer Seriensieger sein Waterloo, sprich Vestenbergskreuth beziehungsweise als 60 km westlich beheimateter Fast-Nobody sein Sand/Aindling/Magdeburg oder eben Verl. Dass es anscheinend in einer so von allgemein verfügbarer multimedialer digitalisierter Datenmengen noch immer kickende Individuen gibt, denen eine solche banale Erkenntnis nach wie vor fremd zu sein scheint, macht gleichermaßen wütend wie traurig; sauer ist der Martin Schmid, hat er gesagt. Recht so.


    Kein Schaden ohne Nutzen ist die andere Seite der Medaille, wahlweise auch zugegebenermaßen purer Euphämismus: Ab sofort sind wir in der komfortablen Lage und konzentrieren uns auf das Wesentliche – die Bundesliga. Dabei ist gar nicht die das Wesentliche, sondern die Leidenschaft, mit der man von der A-Klasse bis zur Champions-, meinetwegen auch Wold-wide-League, zu Werke geht und damit jene tiefe Befriedigung bei der eigenen Anhängerschaft zurücklässt, die da, in unserem Fall, lautet: Wir sind alle Augsburger Jungs, unser Team hat alles gegeben und ganz wurscht, wie es ausging, wir sind stolz auf unser Team. Weil es nämlich diese Grundtugenden an den Tag gelegt hat, die eben nicht eigene Pokalgesetze, sondern Herz, Seele, Alles ausmachen, was diese Sportart so faszinierend macht. Also Fazit: Besinnt euch auf diese Tugenden und zeigt dem Wespennest, dass ihr willens seid, sie zu verinnerlichen!


    Gutes Spiel!

  • Fußballbilder

    Das Ergebnis des ersten Spiels in Dortmund reiht sich in den Trend der Auftaktspiele in den vergangenen Spielzeiten ein - und sollte so gesehen werden. Auf manches in der ersten Halbzeit lässt sich aufbauen, und Spiele werden als Mannschaft gewonnen oder eben verloren.
    Viel wichtiger ist der Blick nach vorn, und das erste Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin.
     
    Viermal spielte der FCA bisher gegen Union, wobei, bei drei Unentschieden, das Heimspiel in der letzten Zweitligasaison, durch den Last-Minute-Kopfball von Stephan Hain mit 2 :1 gewonnen werden konnte.

    Nach vielen Anläufen hat es der FC Union endlich in die erste Liga geschafft. Nach zuletzt zehn Jahren Zweitklassigkeit und konstanten Platzierungen in der oberen Tabellenhälfte, gelang den Eisernen als erstem Zweitligisten seit 2012 der Aufstieg über die Relegation.

    Die Geschichte von Eisern Union ist auch eine des deutsch-deutschen Fußballs. Insgesamt acht Vereine der ehemaligen DDR sollten ab 1991 in die 1. und 2. Bundesliga integriert werden. Union, als Meister der 1. DDR-Liga, Staffel A scheiterte hierbei allerdings in der Qualifikationsrunde, mit dem 1. FC Magdeburg, dem FC Berlin sowie dem Aufsteiger Stahl Brandenburg.
    In den nachfolgenden Spieljahren in der NOFV-Oberliga wurden die Köpenicker zwar zweimal Meister, erhielten aber jeweils keine Lizenz für die 2. Liga.

    Ohnehin eine Historie durch verschiedene Ligen und Verbände. Erste Erfolge des vor über einhundert Jahre in Oberschöneweide gegründeten Vereins waren neben verschiedenen Endrundenteilnahmen, die deutsche Vizemeisterschaft 1923.

    Nach der Teilung gründete sich im Westen 1950 mit dem SC Union 06 ein neuer Verein, während es im Osten über einige Zwischenstationen, u. a. BSG Motor Oberschöneweide, SC Motor Berlin, TSC Oberschönenweide, SC Einheit Berlin und TSC Berlin 1966 zur Gründung des 1. FC Unions Berlin kam.

    Nach dem FDGB-Pokalsieg 1968 war den Köpenickern, als aufgrund der Ereignisse des Prager Frühlings, die Neuauslosung aller Europapokalpartien mit Trennung in West und Ost erfolgte, und der DFV entschied, seine Mannschaften aus den Wettbewerben zu nehmen, die Teilnahme am Europapokal versagt.

    Ein neues Image entstand für den Verein aus der Rivalität zum BFC Dynamo ab den 70er-Jahren.
    In Erinnerung auch noch das Freundschaftsspiel vor über 50.000 Zuschauern bei der Hertha im Olympiastadion kurz nach dem Mauerfall, als aus Eisern Union an einem Abend Eisern Berlin wurde.

    Nach fünf Siegen gegen Oberhausen, Fürth, Ulm, Bochum und Mönchengladbach war das DFB-Pokal-Finale 2001 gegen Schalke 04 im Berliner Olympiastadion das einzige Auswärtsspiel der Eisernen in dieser Runde.
    Da Schalke bereits für die Champions-League qualifiziert war, nahm Union als Drittligist in der Folgesaison am UEFA-Cup teil.

    Am ersten Bundesligaspieltag spielte Union vor offiziell 22.012 und 455 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei. Dies darf als weitere Besonderheit des Vereins gesehen werden, bei dem seit 2003 am 23.12. das Weihnachtssingen stattfindet, und dessen Anhängerschaft schon durch einige besondere Aktionen immer wieder ihren Verein unterstützten.

    Am kommenden Samstag nun in der Liga das Aufeinandertreffen von zwei Mannschaften, die am ersten Spieltag verloren haben. Dabei für den FCA die Gelegenheit, zum ersten Mal in dieser Saison vor eigenen Publikum als Mannschaft zu überzeugen, und durch einen erfolgreichen Auftritt nicht nur allgemeine Stimmungsbilder zu verbessern. Gutes Spiel!

    Nur der FCA!

  • NACHGEHAKT:

    Eine Schneeballschlacht im November macht noch keinen Winter, eine Schwalbe im April keinen Sommer und eine Auftaktniederlage im August keine Abstiegssaison. Was normalerweise ein Vorteil gewesen wäre, nämlich zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf einen noch nicht eingespielten Top-favoriten zu treffen, hat sich gegen Dortmund ins Gegenteil verkehrt. Wir waren es, die dank allerhöchstens rudimentärer personeller Vorbereitung als Wundertüte auftraten und dafür auch gleich die dazugehörige Packung geschenkt bekamen. Das kommt raus, wenn man als Underdogs warten muss, bis eine unverständlich lange Wechselfrist noch lange nicht verstrichen und damit der Spielermarkt noch nicht zu den üblichen Konditionen abgegrast und nach den ebensolchen Kriterien verteilt ist, also Stars zu den Krösussen und der Rest zu den Krattlern oder zum Arbeitsamt. Mit anderen Worten: Am Samstag beginnt für uns die Saison. Vorläufig, denn: Noch ist das Transferfenster nicht geschlossen. Schönes Spiel! Nur der FCA!

  • Mehr als 1. Liga


    Eine Verbesserung in einigen Bereichen und der erste Punkt im zweiten Saisonspiel: Der FCA startet wie meistens in eine Bundesligasaison. Auch wenn es noch etwas dauern sollte zeigt die Mannschaft Ansätze, auf die sich aufbauen lässt.

    Dazu gab es noch herrliches Fußballwetter und eine stimmungsvolle Umgebung mit einer wieder einmal beeindruckenden Choreographie.


    Wiederkehrend mittlerweile auch die Spielplangestaltung: Warum finden Spiele des FCA in Bremen in den letzten Jahren eigentlich immer Sonntagnachmittag statt?


    Nach zwei Spieltagen hat die Tabelle zwar noch keine so große Aussagekraft, und doch ist anzunehmen, dass sich die Bremer einen anderen Saisonstart erhofft haben. Nach der guten Rückrunde und Tabellenplatz 8 ist das Saisonziel diesmal das Erreichen der internationalen Plätze.

    Bis auf Max Kruse konnte Werder die Mannschaft der Vorsaison halten und verstärken. Trotz des Fehlstarts in die neue Saison mit zwei Niederlagen und je drei Gegentoren hat Bremen bisher nicht enttäuscht, steht aber im nächsten Spiel bereits unter Druck.


    Vielleicht ist diese Konstellation auf dem weiteren Weg der Findungsphase von Vorteil für den FCA, dessen Auswärtsbilanz in Bremen positiv ist. Nach den letzten Vergleichen der beiden Mannschaften wäre auch dies zu wünschen.


    Ansonsten sind bereits Qualitäten im Spiel des FCA zu erkennen, die Hoffnung geben, dass sich diese zu einem einheitlichen Auftreten in allen Mannschaftsteilen und Umsetzung der Spielidee zusammenfügen. Auch in dieser Spielzeit, dies war im Spiel gegen Union auch zu erkennen, darf sich der FCA wieder an alle vorhandenen Tugenden erinnern.


    Was macht eigentlich den Reiz von Fußball in der höchsten Spielklasse aus? Und warum ist es auch nach neun Jahren Erstklassigkeit in Folge erwähnenswert dass der FCA dabei ist?

    Nein, früher war nicht alles besser - auch wenn Verbundenheit und Leidenschaft keine Ligen kennt. Die Entfernungen waren zumeist kürzer, die Zuschaueranzahl überschaubarer und die Spielstätten sahen deutlich unterschiedlicher aus. Auch gab es weniger Sicherheitsvorkehrungen und Regularien.


    Bei aller Nostalgie war es aber auch immer der Wunsch wieder einmal höherklassig zu spielen - und es wurde dann sogar die 1. Liga. Zunächst nur als mehr oder minder kürzerer oder längerer Aufenthalt vermutet, sind es mittlerweile über acht Jahre.


    Die Historie im Hinterkopf, ist es auch das neue Stadion, mit dem einige Erfolge verbunden sind. Das Spiel hat sich gewandelt und alle zwei Wochen spielen hier die besten Mannschaften - immer dabei, der FCA.

    Einige Stadiongänger sind älter geworden und viele neue sind hinzugekommen. Neben der sportlichen Etablierung wurden die Strukturen verschieden weiterentwickelt und an der Erstklassigkeit ausgerichtet.


    Und jedes Wochenende steht das Spiel im Mittelpunkt, über dessen Verlauf und Resultat eben dann erstklassiger ausgetauscht wird. Und auch im neunten Jahr darf das ausgegebene Ziel beim FCA erst einmal wieder Klassenerhalt heißen - je mehr Saison nach dessen Erreichen noch übrig bleibt, desto besser.

    Aber wie lange dieser Weg auch dauern wird ist er eben ein erstklassiger. Und auch im 17. Ligaspiel gegen Werder der Hinweis erlaubt, dass es mehrere Erstligisten und Ex-Erstligisten gibt, die gegenüber dem FCA eine negative Bilanz haben.


    Und auch am Sonntag ist es wieder an der Zeit für ein Erfolgserlebnis. Unabhängig der Saisonzielsetzung und der laufenden Entwicklung des Teams wäre ein entsprechendes Auftreten und Resultat mehr nur als ein Signal. Der FCA ist im neunten Jahr Erstligist, muss sich nirgends verstecken, und kann überall überzeugen. Gutes Spiel!


    Nur der FCA!

  • Nachgehakt


    Im Nachhinein betrachtet hätte man sich das Tiroler Trainingslager eigentlich sparen können, vulgär ausgedrückt war das schlicht und einfach rausgeschmissenes Geld. Und das, obwohl dank richtig radikalem Umbau des Mannschaftsgefüges durchaus Bedarf an Flüssigem herrscht. Da hätte man auch mit den paar wenigen Getreuen, die realistisch zum Erstligakader zählten, die Gruppenfindungsphase bei Plumpsklo und Butterbrot vom Alp-Öhi für ein paar Stutz noch zwei, drei Tage fortsetzen können, zumindest so lange, bis die ersten Protagonisten mit Stinkstiefel-Gen nächtens von der Bildfläche verschwunden wären, sei es auf Nimmerwiedersehen oder auf ein kleines Divertimento auf einem Bergdorffest nebst allfälliger Begleitumstände. Dann hätten wir Geld gespart für die so langsam eintrudelnden Neuzugänge und es nicht für unsichere Kantonisten ausgegeben, die entweder schon ganz oder zumindest in ihren Träumen längst anderswo ihre Brötchen verdienen.


    Das klingt jetzt zugegebenermaßen etwas vorwurfsvoll nach dem Motto, da habe das Management seine Hausaufgaben nur unzureichend gemacht. So ist es aber keineswegs gemeint. Die unnötig lange Wechselfrist mit ihren anfänglichen Untätigkeiten, überspitzt ausgedrückt eigentlich erst in Fahrt gekommen nachdem sich der bedauernswerte Sané das Kreuzband gerissen hatte, hat dazu geführt, dass gefühlt 50 Prozent aller Erstligaspieler europaweit ihre Vorbereitung bei Teams hinter sich brachten, die am Ende der Periode bei anderen Vereinen unter Vertrag stehen werden. Und die echte Vorbereitungsphase mit allen Unwägbarkeiten hat für die Clubs hierzulande mit dem ersten Pflichtspieleinsatz im DFB-Pokal begonnen. So gesehen: Affentheater, wenn man es negativ sieht; als Optimist, der man als Augsburger Erstligateilnehmer immer bleiben muss kann man aber auch festhalten: Es geht aufwärts in der Vorbereitung, wenn auch langsam. Nach dem Bayern-Spiel wird es dann ernst, da beginnt die Saison mal so richtig. Und wenn nicht, dann halt eben zur Rückrunde!


    Gutes Spiel; nur der FCA!

  • Vorspielfreude

    Zumeist lässt sich nicht aus einzelnen Situationen das ganze Spiel erklären, aber ein wenig darf beim letzten Aufritt in Bremen der oft wiederholte Satz, das zum fehlenden Glück auch noch Pech hinzukam, bemüht werden.

    Das Spielfeld soll aber sicherlich nicht mit noch weiteren virtuellen Linien überzogen und überwacht werden - auch auf dem Platz kann es nie eine einhundertprozentige Kontrolle aller Entscheidungen geben.

    Entscheidender ist, dass die Mannschaft hinzugewonnen hat: Die Einstellung und der Einsatz zu zehnt bestätigte dies erkennbar. Auch wenn es wohl noch mit der endgültigen Abstimmung etwas dauern sollte, zeigen sich erste Qualitäten der Neuverpflichtungen.

    Am kommenden Samstag geht es nun gegen die Eintracht, die sich im zweiten Jahr in Folge für die EuroLeague qualifiziert hat. Wie sich die neuformierte Mannschaft ohne Jovic, Haller und Rebic, dafür mit André Silva, Dost und Trapp, auf Dauer schlägt, muss sich erst zeigen.
    Wieder mal in Augsburg auf dem Platz dabei ist möglicherweise auch Martin Hinteregger, die mit teuerste Verpflichtung der Frankfurter in diesem Jahr - und irgendwann ist es dann auch gut damit.

    Nach drei Spieltagen stehen die Frankfurter mit sechs Punkten und vier Toren auf Platz 7 der Tabelle. Eine bemerkenswerte Entwicklung, die die Eintracht in den letzten drei Jahren, seit den Relegationsspielen gegen Nürnberg, durchlaufen hat.
    Ob der Trend anhält oder es zunächst etwas Zeit für den Umbau benötigt, bleibt aber eine der offenen Fragen.

    Vorbei mittlerweile auch die Zeit der Verpflichtungen, das Transferfenster ist geschlossen - welches immer grotesker werdende Schauspiel, mit immer noch mehr Verwicklungen. Wenn ein Spieler für viel Geld den Verein wechselt, ist das Budget für einen anderen, bereits auserkorenen Spieler vorhanden, was zur Folge hat, usw. Etwas nüchterner betrachtet nichts anderes als eine Finanzierungsrunde über verschiedene Ebenen hinweg, mit teilweise massiven sportlichen Auswirkungen auf die in der Kette nachfolgenden Vereine.
    Neben unterschiedlichen Verleihsystemen mit weiteren Optionen auch noch weitere Interessen, diverse Berater und die Hoffnung, dass die Spieler mittlerweile alle wissen wo sie spielen - und wo auch nicht.

    Die Freude am Spiel und die Identifikation mit dem eigenen Verein ist zu groß, als das sich durch bestimmte Verhaltensweisen oder Aussagen etwas daran ändern könnte.

    Dennoch hat es nicht nur manchmal einen faden Beigeschmack wenn Spieler in kürzer werdenden Abständen wechselnd die hohen Vereinslieder anstoßen.
    Und wenn auch die Verweildauern von Spielern bei Vereinen kürzer geworden sind, bleibt immer noch genügend Zeit für Professionalität auf und neben dem Platz.

    Jubiläums-EM mit mehr Ausrichtungs- als Teilnehmerländern - oder auch nicht. Sollte die EM trotz des undurchschaubaren Qualifikationsmodus ohne den Rekord-Europameister stattfinden? Zumindest kurzzeitig konnte man sich am vergangenen Wochenende mit diesem Gedanken befassen - von wegen Durchstarten, oder was auch immer dies versionsunabhängig bedeuten sollte.
    Und ein gutes von Länderspielpausen ist eben fast immer, dass die Freude auf den richtigen Fußball sofort wieder steigt.

    Auf den mannschaftlichen Fortschritten in Bremen aufbauend, darf sich der FCA auch vor eigenem Publikum wieder präsentieren, und diesen Weg vorsetzen. Und genaugenommen könnte die aktuelle Konstellation dabei auch dienlich sein. Waren die Frankfurter im Hinspiel der vergangenen Saison besser, ist das Rückspiel, das erste mit Martin Schmidt auf der Bank, vor allem auch mit Marco Richter verbunden.
    Und dann auch noch die Bundesligastatistik in den Vergleichen gegen die SGE, die für den FCA spricht - Zeit, dass es endlich Samstag wird. Gutes Spiel!


    Nur der FCA!

  • Nachgehakt:


    Es ist schon sonderbar: Die Saison ist grade mal drei Spiele alt und es hakt und zwickt allenthalben und zwar in erster Linie aus Gründen, die außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Wir haben keine eingespieltes Team, weil, wie vielerorts des langen und breiten ausgeführt, die Transferfenster-Extremsituation Teams wie dem unseren nicht in die Karten gespielt hat. Aus der Not heraus gelangen mit Jedvaj, Uduokhai und Lichtsteiner drei – fast möchte man sie so bezeichnen – Königstransfers in allerletzter Sekunde. Und jetzt das: Dank einer indiskutablen Schiedsrichter - "Leistung" fehlte Lichtsteiner nicht nur eine volle Stunde in Bremen, sondern darf jetzt auch noch eine irrwitzige Gelb-Rot-Sperre absitzen; Jedvaj ist möglicherweise nationalmannschaftsgeschädigt angeschlagen – Finnbogason lässt grüßen – und die so wichtige Baustelle sichere Abwehr bleibt ein weiteres Mal offen. Das Testspiel während der Länderspielpause hat einen Aussagewert, der gegen Null geht; schließlich waren ca. 50% der Stammmannschaft nicht am Start, weil sie für ihre Länderteams nominiert waren. Also, wieder einmal, Wundertüte pur. Und dennoch: Jedes Spiel beginnt bei 0:0, es ist wie immer alles möglich und manchmal sind gerade die aus größter Not geborenen Konstellationen der Schlüssel zu ungeahnten Höhenflügen; bisweilen, das soll nicht verschwiegen werden, allerdings auch Anlass, sich mit Grausen abzuwenden. Hoffen wir einfach mal auf Ersteres, einen fairen Kampf, ein tolles Spiel gegen die Eintracht und einen Unparteiischen, der diese Bezeichnung verdient und neben profunder Regelkenntnis ein gesundes Sehvermögen und auch ein glückliches Händchen mitbringt, das halt einfach auch dazu gehört.


    Gutes Spiel – nur der FCA!

  • Punktespiel

    Kompaktes Abwehrverhalten im Verbund, Pressing, Ballübernahme, schnelles Umschaltspiel - manches das Teil der Spielweise ist oder sein könnte.

    Am Samstag waren es in der ersten Halbzeit die fußballerischen Nadelstiche, die den Ausschlag gegeben haben.

    Nach mehreren Versuchen das 1: 0 und dann noch das schöne Tor von Niederlechner. In der zweiten Halbzeit dann zusammen das Ergebnis als Mannschaft über die Zeit gebracht - der nächste Entwicklungsschritt, einschließlich Erfolgserlebnis, ist getan.


    Keine Bemerkungen über den aktuellen Tabellenführer der Liga auf der Mitgliederversammlung des Vereins. Und ob der Videobeweis irgendetwas gerechter macht ist keine Frage. Eher manchmal ob im besagten Keller in Köln zwischendurch digitale Dystopien bei Dota 2 und League of Legends gesponnen werden.


    Bei allen diesen Themen wieder die Frage, wer das wirklich alles braucht? Und gibt es irgendwann vielleicht auch Chips in und bei allem, das sich auf den Platz bewegt, dazu drohnenüberwachte Strafräume und Magnetsensoren auf der Außenlinie?

    Und wenn diese Systeme dann gehackt werden entsteht wohlmöglich mehr Durcheinander als bei einem Spiel zwischen Union und Bremen.


    Wie lässt es sich überall über Fußball informieren? Neben Radio, Fernsehen und Zeitung hat sich die Formatvielfalt immer weiter vergrößert. Fast keine Möglichkeit dem zu entgehen.

    Und bei derart vielen Angeboten darf, nein, muss, fast jeder etwas sagen. Und nicht nur hier gilt auch, dass weniger manchmal deutlich mehr ist.


    So gibt es zu fast allem Statements, die wiederrum neue Meinungsbilder nach sich ziehen, Fotos, Klatsch und Tratsch. Das ganze vornehmlich online in Bild und Ton. Hoffentlich wird bei allem Drumherum nicht irgendwann noch das Spiel vergessen. Und wie wohlklingend ist es dann wenn sich besonnenere Vertreter ihrer Zunft etwas ruhiger, und doch klar und kritisch zu manchen Geschehnissen äußern.


    In der achten Saison sitzt der Trainer, der aktuell am längsten beim gleichen Bundesligaverein ist, in Freiburg auf der Bank. Und daran sollte sich so schnell auch nichts ändern. Zumindest den Wechsel zu einem größeren metropolitanen Verein schließt Christian Streich aus.

    Nach einem sehr guten Start in die Liga stehen die Breisgauer auf Platz 3 vor München und allen für die Begrifflichkeit Metropole in Frage kommenden Städte.


    Wann gilt ein Verein als in der Liga etabliert? Nach einer bestimmten Anzahl von Spielzeiten oder der Entwicklung bestimmter Strukturen?

    Und die zu berücksichtigenden Kriterien haben sich zwischenzeitlich weiterentwickelt - die Abstände zwischen den Ligen und innerhalb der Liga wachsen dabei stetig weiter.


    Wie das Beispiel größerer Vereine zeigt sind Abrutscher in die zweite Liga auch nicht immer einfach zu kompensieren. Umso bemerkenswerter die Entwicklungen des Sportclubs in den letzten 25 und die des FCA in den letzten zehn Jahren.

    Dies bestätigt sich auch bei dem Blick auf die ewige Tabelle, in denen beide Vereine, gerechnet seit 2011, auf den Plätzen 10 und 13, Freiburg mit einer Spielzeit weniger, stehen - vor z. B. Stuttgart und Hamburg.


    Am kommenden Samstag nun nach Freiburg, dort wo es nicht um irgendwelche Statistiken geht, sondern um einen weiteren Fortgang der Teamentwicklung.

    Mit der Spielfreude und auch manchen Einzelleistungen des vergangenen Wochenendes, und einem weiteren Ineinandergreifen der verschiedenen Mannschaftsteile, scheint auch dort alles möglich. Gutes Spiel!


    Nur der FCA!