• Nachgehakt:


    Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Nach dem Gladbach-Hinspiel im tiefen Westen kam ein wesentliches Moment hinzu: Nach dem Spiel war vor der Frage, ob das Unternehmen FCA in dieser Saison wieder einmal zu scheitern drohte im Elitehaus. Waren sich nach Gladbach alle Experten und halbwegs realitätsaffinen FCA-Anhänger einig, dass die zweifelsohne riesige Kaderumstellung vor dieser Spielzeit nicht mehr allein für die blamable Vorstellung am Niederrhein verantwortlich gemacht werden konnte, so gilt jetzt vor dem Rückspiel, dass ein mögliches erneutes Versagen gegen die Fohlenelf nicht mehr nur allein deren starkem Auftreten und dem daraus resultierenden guten Tabellenplatz geschuldet wäre. Vielmehr ist bei uns eine Situation eingetreten, in der die Parameter taktische Variabilität, personelle Besetzungen im Kader, am Gegner orientierte Aufstellung, kurz gesagt Erkenntlichwerden einer sogenannten Spielidee sich nicht nur immer weniger erschließt, sondern gleichzeitig begleitet wird von einer Flut verbaler Erklärungen und Rechtfertigungen, die den um Sachlichkeit bemühten Betrachter mehr und mehr ratlos zurücklässt und ihn sich fragen lässt, ob das Spiel, das man eben gesehen hat, auch wirklich dasjenige war, das dann von offizieller Seite kommentiert wurde. Das Beunruhigende an der Situation ist nicht die relative Erfolglosigkeit an sich, sondern schon eher die Tatsache, dass derzeit die unmittelbare Konkurrenz in der Lage ist, vorsichtig ausgedrückt, zumindest Zeichen zu setzen wo bei uns Hilflosigkeit sich breitzumachen droht. Damit einher geht nämlich erfahrungsgemäß ein sich immer bedrohlicher entwickelnder Erfolgsdruck, welcher sich letztlich zum finalen Nervenzusammenbruch auswachsen könnte. Das ist der Zeitpunkt, wo sich die immer wieder beschworene Stärke in ihr Gegenteil verkehrt und das Gefühl aufkommt: Was auch immer du unternimmst, es gereicht dir zum Nachteil. Deshalb ist ein Punktsieg wichtig gegen Gladbach; es muss eine Perspektive aufgehen, sich ein Ausweg aus dem Dilemma des Auf-der-Stelle-Tretens zeigen; unabhängig vom nackten Resultat übrigens.


    Gutes Spiel - Nur der FCA!

  • Weiterzu

    Bei zehn noch ausstehenden Spieltagen sind es aktuell sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz, und der FCA spielt noch gegen vier der hinter ihm platzierten Mannschaften.


    Am kommenden Sonntag geht es nun zum aktuellen Tabellenführer nach München, wo das Spiel zunächst auch bei Null beginnt. Die Chance dort zu bestehen liegt in der allgemeinen Einschätzung vermutlich nicht nur ein wenig darin, dass aktuell niemand damit rechnet.


    Der FCA hat im letzten Heimspiel vor allem auch in der zweiten Halbzeit in einigen Situationen und in der Einstellung wieder mehr Hoffnung gemacht. Wie wäre es wohl, wenn der FCA seine tatsächlichen Möglichkeiten in allen Mannschaftsteilen über die gesamte Spieldauer aufzeigen könnte.


    Zu wünschen wäre es auch einzelnen Spielern genau in diesem Vergleich ihr vorhandenes Potential abrufen zu können. Wohlmöglich wäre dies dann der Start für eine erfolgreiche Restrunde, in der der FCA nicht nur schnell, die noch für den Klassenerhalt nötigen Punkte, einsammeln würde.


    Die Meisterschaft scheint sich maximal noch zum Vierkampf zu entwickeln, während dies im Tabellenkeller so noch nicht ganz klar scheint. Dazwischen ein Mittelfeld, in dem sich durch die noch ausstehenden Spiele Verschiebungen ergeben könnten.


    Sportlich einige interessante Konstellationen in der Liga, die aber in anderer Hinsicht in der Außenwahrnehmung, nicht nur durch Verbandsvorgaben, verschiedene Fragen aufwirft.


    Neben den ständigen Regeländerungen, Freistoßsprayskizzen und Videobeweis, nun eine weitere, sehr weitreichende neue Aufgabe für den Schiedsrichter: Er soll zu dem Geschehen auf dem Platz auch noch die Ränge im Auge behalten. Genaugenommen soll er weitere Entscheidungen treffen, die nichts mit dem Spiel auf dem Platz zu tun haben. Wie weit soll das gehen? Gibt es demnächst eine Qualifizierungsoffensive für Referees seitens des Verbands mit Einführungsvideos zu guten und schlechten Äußerungen? Und wo verlaufen dann die Grenzen?


    Und was für eine Lösung sollen denn Spielunterbrechungen, -beendigungen, das Hin- und Herschieben des Sportgeräts oder wechselseitige
    Solidaritätsbekundungen anbieten?


    Nicht nur das eine Diskussion aus dem Ruder zu laufen scheint bzw. auf Sachebene tatsächlich nicht stattfindet, alle Fußballfans auf den Stehplätzen werden pauschal diffamiert. Nein, es geht hier weder um genannte „Kampfbegrifflichkeiten“ noch um die „Auslese“ bestimmter Gruppen, und es ist nicht nur absolut wahnwitzig welche Zusammenhänge gegen Fußballfans von Seiten des Verbands, einzelner Vereine und teilweise darüber hinaus, aufgebaut werden.


    Abseits publicityfeiner Transparente und Bekundungen seitens der Verbände wäre zumindest vergleichbares Engagement auch bei der tatsächlichen Bekämpfung von Ausgrenzung und Diskriminierung jedweder Minderheiten in Stadien längst erwünscht. Verantwortung beginnt bei und für jeden Einzelnen.


    Nicht oft genug lassen sich wiederholen, dass der Fußball in seiner über den professionellen Bereich hinausreichenden Gesamtheit noch existent und nicht nur als Kulturgut zu schützen ist, sowie die Stadien einen gesellschaftlichen Querschnitt repräsentieren.


    Dieser Verantwortung bewusst sollten die tatsächlichen Aufgaben des Verbands und seines neuen Vorsitzenden viel weitreichender und grundsätzlicher sein – sowohl in der Transparenz wie auch in den Versuchen tatsächlichen Konsens zu erzielen.


    Am nächsten Wochenende steht wieder das Spiel im Mittelpunkt, wenn der Tabellendreizehnte beim -ersten antritt. Ohne Berücksichtigung der letzten Begegnungen, als Mannschaft geschlossen auftreten und gemeinsam ein Ausrufezeichen setzen – das ist es! Gutes Spiel!


    Nur der FCA!

  • Nachgehakt:


    Zum Bayern-Spiel gibt es, wie immer eigentlich, im Grund nichts zu sagen; es ist alles gesagt, die Präliminarien sind klar wie gewöhnlich, das Ergebnis ist offen wie es bei zufallsbehafteten Vorgängen wie einem Fußballmatch nun mal ist und die Wahrscheinlichkeit, mit drei Punkten aus Schicki-Micki-Town heimzukommen, kann man ausrechnen, wenn man alle Parameter richtig interpretiert. Das Ergebnis bleibt davon unbenommen ein Zufallsprodukt, geht allerdings in die nächste Wahrscheinlichkeitsrechnung ein.


    Die Gelegenheit also, sich anderen, ähnlich wichtigen (?) Dingen zuzuwenden.


    Die Diskussionen in der causa Hopp zeigen vor allem eines, nämlich wie dilettantisch der eigentliche Hauptakteur in der Sache zugange geht, ausgerechnet das Duo DFB/DFL. Gut abzuschätzen ist dies an den Äußerungen seines Oberrepräsentanten Keller im Aktuellen Sportstudio. Gesülze statt klarer Worte, Geschwurbel statt Einsicht, einseitige Schuldzuweisung statt auch nur ansatzweisem Versuch, den Dingen endlich einmal auf den Grund zu gehen. In einer Sache stimme ich zu: Persönlich beleidigende, gar gewaltverherrlichende oder zumindest in Kauf nehmende Symboliken und sprachliche Äußerungen sind ein no-go. Einen Milliardär einseitig als Opfer darzustellen und die in ihrer dank jahrzehntelanger Vernachlässigung immer verzweifelter um Gehör heischenden Fußballanhänger als Täter anzuprangern ist allerdings viel zu kurz gesprungen und entlarvt die Fraktion der Kollektivbestrafer als scheinheilige Ignoranten. Es geht nicht um Herrn Hopp. Es geht darum, dass verantwortliche Funktionäre sich auf einen Pakt mit dem Teufel eingelassen haben. Es geht um die Seele des Fußballsports. Johann Wolfgang von Goethe und sein zu recht berühmtestes Werk lassen grüßen: Faust! Underdogs, in diese Schublade steckt man gerne gewisse Ultrafraktionen und zwar zu Unrecht, scheinen davon mehr verstanden zu haben als das sogenannte Bildungsbürgertum in den VIP-Logen. Traurig kann man da nur sagen – und sich solidarisieren mit den Kritikern. Vorausgesetzt sie halten sich an allgemeingültige Etikette und distanzieren sich eindeutig und zweifelsfrei von jeglicher Art von Gewalt. Das gilt allerdings und uneingeschränkt auch für die Gegenseite; und auch Kollektivstrafen sind eine Form unangemessener Gewalt.


    Trotz oder gerade wegen Allem: Gutes Spiel - nur der FCA!

  • Abschließend


    Es war kein schlechtes Spiel, und mit etwas mehr Fortune wäre an diesem Tag eine Punkt möglich gewesen. Beachtenswert auch die mannschaftliche Defensivleistung, vor allem auch in der ersten Halbzeit.

    Zugleich war es auch das letzte Spiel mit Martin Schmidt auf der Trainerbank. Die Vereinsführung hat sich für einen Wechsel auf dieser Position entscheiden: Heiko Herrlich ist der sechste Trainer in der Erstligageschichte des FCA.


    Am kommenden Sonntag, im Spiel gegen Wolfsburg, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Stadion stattfinden wird, ist dem Team ein Erfolgserlebnis zu wünschen. Das Ergebnis dieses Vergleichs wird auch in die Tabelle mit einfließen, und doch gibt es viele Fragen zum anstehenden Spieltag, der Liga, dem Wettbewerb und dem Fußball im allgemeinen.


    Es sind nun ganz andere Themen, die den Fußball betreffen. Eine interessante Entwicklung innerhalb der Verbände, Ligen, Vereine und aller Beteiligten, im Laufe der Woche – an deren Ende es eigentlich nur ein Ergebnis geben kann.

    Spiele mit, oder ohne, Zuschauerbeteiligen, neutrale Spielorte, abgesagte Begegnungen, und mittlerweile nicht nur Spieler, sondern Mannschaften, die unter Quarantäne stehen.


    Der Fußball ist Teil der Gesellschaft, und hat darüber hinaus seine zusätzlichen Aufgaben zu lösen. Die Durchführung eines für alle Vereine fairen und vergleichbaren Wettbewerbs scheint nicht mehr möglich. Neben Fragen zur Fortführung der Saison, Aussetzung oder Beendigung auch viele wirtschaftliche Aspekte. Auch wenn es diverse vertragliche und rechtliche Vereinbarungen gibt, die vermutlich für diesen Fall bisher keine klaren Regelungen beinhalten können, sollte auch der professionelle Fußballbereich, vorausgesetzt eine geregelte Spieldurchführung ist spätestens zu Beginn des geplanten Saisonstarts 2020/21 möglich, die Saison beenden.

    Auch wenn die Wertung, Fragen zu Auf- und Abstieg oder Ligenzusammensetzung nicht so einfach sind, gäbe es hier verschiedene Möglichkeiten.


    Es sind aber auch viele verbundene Fragen: Die Einschnitte in das öffentliche Leben treffen den Fußball, und die, deren Arbeiten und Einnahmen direkt mit dem Spielbetrieb in Zusammenhang stehen, genauso. Und dabei geht es überwiegend nicht um die direkt dem professionellen Bereich zuzuordnenden Beschäftigten.


    Der Fußball, Verbände, Vereine und alle Beteiligten sollten sich schleunigst zumindest hier zu einheitlichen Vorgehensweisen einigen. Dies betrifft zunächst die Aussetzung oder Beendigung sämtlicher Wettbewerbe, insbesondere auch des geplanten kontinentalen Turniers.


    In diesem Zusammenhang wird auch wieder einmal bewusst, das es wichtigeres gibt – der Fußball, in institutionalisierter Form gesehen, könnte hier, vergleichbar anderen Bereichen, auch wieder an Ansehen zurückgewinnen: Gemeinsames Engagement, abseits anderer Zwänge, so weit möglich, über alle Farben.


    Allen Spielen, die am Wochenende noch durchgeführt werden einen sportlichen Verlauf und allen Beteiligten: Bleibt gesund. Die Fortführung des Spielbetriebs
    in der aktuell geplanten Form macht keinen Sinn: „Corona, du Hurensohn“*!


    Nur der FCA!



    * Titelzeile aus: „die Tageszeitung“, 10.03.2020