• Ich halte von diesen Mechanismen nicht viel. Ich habe schon damals Baum's Entlassung nicht verstanden. Wenn man den "Freiburger Weg" gehen möchte, dann darf man nicht vor dem ersten Hügel erschöpft aufgeben.

    In Freiburg hat das wunderbar geklappt. Sich bedingungslos an andere Beispiele zu halten, ohne die Gesamtstituation in Betracht zu ziehen, halte ich für schwierig.


    Mich freut es, dass Baum bleibt. Konstanz über kurzfristige Effekte.

  • Logische und richtige Entscheidung!


    Man muss ihm aber auch in (längeren) Misserfolgszeiten (die sicher auch mal kommen werden) den Rücken stärken und darf ihn nicht verbrennen!


    Welche Neubesetzung einer zentralen Führungsposition ist kein "Risiko"?

    Man sieht jedes Jahr einen Haufen Zauberer und Schwätzer kommen und gehen...

  • ohne die Gesamtstituation in Betracht zu ziehen

    Zur Betrachtung der Gesamtsituation und Baums damaliger Entlassung kann man sich dann nochmal nüchtern anschauen, wie viel besser es im Anschluss unter Schmidt und Herrlich lief.

    Nicht besser, das ist richtig.

    Ich persönlich tue mich nur sehr schwer damit, immer Stumpf nach Freiburg zu verweisen ohne die Gesamtsituation zu betrachten.

  • Stumpf nach Freiburg zu zeigen ist auch völlig falsch. Ich denke mit Baum gehen wir erstmals den ach so oft gewünschten und beschriebenen "Augschburger Weg" mit eigenen zu integrierenden Talenten, Verkäufen zu Refinanzierung und mit erfahrenen Spielern als Grundgerüst für unser Ziel "mindestens Klassenerhalt mit hohem Anspruch auf die Top 10".


    Selbst Manuel Baum hat erkannt was er am FCA hat. Von sich aus wird er nicht gehen.

  • ohne die Gesamtstituation in Betracht zu ziehen

    Zur Betrachtung der Gesamtsituation und Baums damaliger Entlassung kann man sich dann nochmal nüchtern anschauen, wie viel besser es im Anschluss unter Schmidt und Herrlich lief.

    im Endeffekt spielen wir aber auch das 16. Jahr Bundesliga. Er hatte damals einige Probleme mit der Mannschaft, da war oft von Überforderung mit taktischen Umstellungen usw zu hören. Dazu kamen schwierige Charaktere Hinteregger, Caiuby (glaube ich) usw. Der Abgang damals war nötig wie ich finde. Es scheint, dass er auch gewachsen ist seit damals und mit der Mannschaft gut auskommt. Wird sich am Ende eh immer zeigen, wenn es mal paar Spiele (oder mehr) schlecht läuft. Am Ende wird es darauf auch darauf ankommen wie sich der Kader gestaltet. Da lief es mit dem Lauf vom Gregoritsch und dem Zwischenhoch vom Claude Maurice richtig gut zur richtigen Phase

  • Hauptsache, es kommt wieder eine gewisse Konstanz im Trainerbereich.

    Man wirft einen Kader für einen neuen Trainer um, weil man seine Wünsche erfüllen will, dann klappts nicht, dann passen die Spieler aber wieder nicht zum neuen Trainer und es geht von vorne los. Und genau so war es die letzten Jahre weitestgehend, mit dem Höhepunkt, dass ein Trainer, der die Mannschaft in ruhiges Fahrwasser geführt hat durch ein "Wir wollen sexy sein"-Modell ersetzt wurde, was einigen Spielern angeblich so gar nicht geschmeckt haben soll.


    WIr haben im Moment das Luxusproblem, dass die aktuellen Spieler sich dem Vernehmen nach wohl reihenweise für Baum ausgesprochen haben, somit gibt es da keinerlei Animositäten mit/gegen den Trainer. Wenn man den Stamm nun zusammenhält, die Abgänge adäquat ersetzen kann bzw. vielleicht sogar den ein oder anderen Glücksgriff zieht (da vertraue ich auf unsere Fachleute und das Zugpferd Baum, der mit seiner Philosophie durchaus dafür sorgen kann, dass der ein oder andere entgegen vielleicht besseren Angeboten doch die Option Augsburg zieht, weil man hier deutlich mehr Chancen auf Spielzeit und Entwicklungspotential hat), dann sollte es möglich sein, eine Saison in komplett ruhigem Fahrwasser zu verbringen und den Verein wieder einen Schritt weiter in Richtung Stammbewerber für einen einstelligen Tabellenplatz zu bringen.

    Am allerwichtigsten ist jedoch, dass man nicht immer von schwarz nach weiß und umgekehrt springt. Sobald es hakt, tauchen "Fans" auf, die Entlassungen fordern, von "will ich nie wieder im Trikot sehen" schreiben, gleichzeitig aber bei ihren persönlichen Lieblingsspielern bei aufkommender Kritik von "so kann man nicht über eigene Spieler" usw philosophieren.


    Ich bin auf alle Fälle gespannt, was nächste Saison passiert und denke, in der aktuellen Situtaion war es ein No-Brainer, mit Baum zu verlängern.

  • Ich persönlich tue mich nur sehr schwer damit, immer Stumpf nach Freiburg zu verweisen ohne die Gesamtsituation zu betrachten.

    Ich glaube schon, dass wir ein ähnlich ruhiges und konstantes Umfeld wie Freiburg haben. Das sollte man nutzen, insbesondere bzgl. überstürzten oder von extern geforderten Trainerentscheidungen.

    Ja, unser Umfeld ist ähnlich ruhig. Ohne Experte auf dem Feld zu sein, glaube nicht das Freiburg nochmal einen Abstieg in Kauf nehmen würde ohne nicht jede Möglichkeit (Trainerwechsel für einen kurzfristigen Effekt auszuschöpfen. Davon abgesehen, halte ich es heute für um einiges schwieriger nach einem Abstieg den wiederaufstieg zu realisieren, als es es das noch vor 10 Jahren + der Fall war.

    Versteh mich nicht falsch, ich halte es für richtig mit Baum in die kommende Saison zu gehen. Ich halte es aber für mindestens genauso wichtig, seinen eigenen Stil, seine eigene Philosophie und Strategie zu leben als nur "neidisch" auf einen anderen Club zu schauen.

  • Klar kann man Freiburg nicht kopieren, deswegen auch die Anführungszeichen. Ich meine damit nur, dass man mit einem - zumindest von außen betrachtet - harmonischen, konstanten und wenig aktionistischen Handeln weiter kommt. Da haben wir - wie Freiburg auch - einen Standortvorteil. Klar ist aber auch, dass wir unseren eigenen Weg finden müssen, bestenfalls mit Baum als Trainer über einen sehr langen Zeitraum.

  • Am Ende lag die Entscheidung bei Manuel Baum. Wenn er sagt, dass er weitermachen möchte, hat man als Verein keine Argumente, ihm das zu verwehren. Die Rückrunde war erfolgreich, mehrere Spieler haben ihn öffentlich unterstützt und die Fans stehen hinter ihm. Für den Verein ist Baum die Sicherheits-Variante.


    Deshalb ist die Entscheidung folgerichtig. Trotzdem ist Baum (wie jede andere Personalie) eine Wette. Die Sondereffekte der letzten Saison sind weg. Zum Start konnte Baum das Wagnersche Harakiri-Spiel mit einfachen Mitteln stabilisieren. Die Ergebnisse stimmten schnell. Damit hat er sich in der Mannschaft einen Vertrauensbonus erarbeitet. Eine richtige Schwächephase musste Baum nicht meistern. Aber auch die wird wieder kommen. Zeiten, in denen es nicht laufen wird und in denen Baum die Mannschaft emotional erreichen muss. Das war in seiner ersten Amtszeit ein Schwachpunkt und führte sogar zur Verpflichtung von Jens "die Kettensäge" Lehmann.


    Auf Baum warten neue alte Aufgaben. Eine komplette Saisonvorbereitung, Kaderveränderungen, die Spielphilosophie. Ganz am Anfang sagte Baum, dass er für keine Spielweise stehe, sondern mit den Spielern arbeitet, die eben da sind. Das hat er perfekt gemacht. Im Sommer ändert sich das. Wir werden Leistungsträger verlieren. Für die Kaderplanung wird Baum deshalb ein spielerisches Ziel beisteuern müssen.


    Alles Aufgaben, die nochmal größere Herausforderungen für Manuel Baum sind. Ich traue ihm das zu, ein Selbstläufer wird es aber nicht. Baum hat dieses Selbstvertrauen auch. Denn die Rückfalloption seiner alten Stelle darf man nicht verwaisen lassen. Dafür ist der Fußball zu aktuell sehr im Umbruch.

  • genau wie mit jedem anderen Trainer auch.

    Ich verstehe das Wort „Nachhaltig“ auch nicht.

    Bei der Abteilung „Entwicklung & Fußballinnovation“ frag ich mich schon, wie wichtig der Posten ist, daß man Manuel Baum einfach abzieht und dann unbesetzt läßt.

    Ich weiß ja auch nichts. Vielleicht hat Baum das dann nebenzu gemacht. Oder jemand kommissarisch übernommen…

    Weißt du mehr darüber?

  • Würde hier vermuten, dass man die Tür solange offen gehalten hat, bis eine Entscheidung bei Baum steht und die Stelle erstmal verwaist war. Das letzte halbe Jahr war ja eher von Abstiegskampf geprägt, sodass der Fokus kurzfristig woanders lag.

    Auch wenn ich der Meinung bin, dass man sich davon nicht treiben lassen sollte.