Beiträge von Bertonino

    Vorgedacht:


    Platz 10, Anführer der zweiten, der Tabellenhälfte der Loser. Außerdem: Im Flow: "Ist ja fast schon schade, dass bald Winterpause ist in der Bundesliga! Ist schon ein cooler Flow... ". So schrieb Sven im Liveticker in der 64. Minute des Düsseldorf-Spiels. Recht hat er. Aber mit Nagels Leipzigern wartet am Samstag eine nahezu unlösbare Aufgabe. Wirklich? Warum ging denn den Dortmundern exakt die power verloren letzte Saison, als es ihnen scheinbar gelungen war, sich uneinholbar von den Bayern abzusetzen? Warum jagte Uli Hoeneß 1976 im Team der Nationalmannschaft den Elfer in den Nachthimmel, warum scheiterte Matthäus exakt vor seinem Wechsel zu den Bayern als Elferschütze bei Gladbach, warum wurde weiland Schalke der Meister der Herzen? Weil unvorhergesehene Dinge passiert sind, weil im Fußball auch immer der Zufall ein gewichtiges Wort mitspricht.


    Es ist völlig egal, ob die Truppe ausgerechnet in Leipzig etwas putzt. Sie hat, und es sah lange, sehr lange, zu lange danach aus, als würde das nicht gelingen, ihr Soll erfüllt nach holprigem Anfang. Holprig ja, aber immer auch erklärbar; das, darauf bestehe ich, habe ich immer thematisiert in diesem Forum und im Ticker. Die Gründe waren real, lagen auf der Hand und es ist keineswegs selbstverständlich, dass die Dinge jetzt derzeit so gut laufen wie sie laufen. Wir haben eine bärenstarke, nicht ausrechenbare Truppe; der Abstand zu den richtig großen, reichen, nicht von Existenzproblemen bedrohten, wenigen privilegierten Bundesligamannschaften ist natürlich weiterhin unüberbrückbar. Auf lange Sicht gesehen, wohlgemerkt. Aber: An einem guten Tag sind wir auch für die totale Überraschung gut. Stellt euch einfach mal vor, am 21.12.19 ist so ein Tag. Dann, ja dann – herrschte Freude pur; Weihnachten halt.


    Gutes Spiel – Nur der FCA!

    Nachgehakt:


    Es ist das nicht nur von mir erhoffte Ergebnis geworden in Hoffenheim, endlich ein Auswärtssieg dort. César Menotti hat sich die Mühe gemacht, noch einmal die Puzzleteile aufzuzählen, die es braucht, um aus einem scheinbar banalen Fußballspiel ein Gesamtkunstwerk zu legen. Das mit dem Kunstwerk soll man zwar nicht allzuhoch hängen; dass ein solcher Erfolg aber durchaus Züge eines Kunstwerks im Sinn eines ästhetischen Genusses in sich trägt, liegt auf der Hand. Und wie bei jedem Künstler steckt neben dem Schuss Genialität, der jedem als solchem anerkannten Kunststück notwendigerweise innewohnt, auch biederes und solides Handwerk dahinter. Es muss immer eine Hand geben, die in der Lage ist, die zugrunde liegende Idee auch umzusetzen. Es nutzt dem Pianisten wenig, wenn er den Part eines Klavierkonzerts zu singen imstande ist, seine Finger müssen die Klaviatur beherrschen, um das Werk auch wirklich zum Klingen zu bringen. Gleiches gilt für den Maler; ist er nicht in der Lage, den Pinsel angemessen zu führen, wird es ihm nicht gelingen, sein im Kopf existierendes Gemälde umzusetzen.


    Je näher sich in einer Kunstgattung das Genie am Handwerk orientieren muss, umso weniger exklusiv ist das entstehende Gesamtkunstwerk, umso wichtiger wird aber auch, unter welchen Umständen ein solches entsteht. Stichwort Ruhe, die nötig ist, um kreativ sein und die immer am Anfang stehende Idee umsetzen zu können, ja, erst einmal die grundsätzliche Möglichkeit zu haben, sich gebührend auf die anstehende Herausforderung einzustellen. Jeder einzelne Schritt ist dabei wichtig, gleichzeitig ist er auch eine Fehlerquelle. Je komplexer das Problem beschreibbar ist, desto fehleranfälliger ist seine Analyse und die von außen noch hinzukommenden Störfaktoren gewinnen an Einfluss; Glück zum Beispiel, um nur einen davon zu nennen.


    Viel Glück und gutes Spiel gegen die Düsseldorfer - nur der FCA!

    Nachgehakt


    Man kann es gar nicht oft genug betonen: Lasst die Verantwortlichen in Ruhe ihren Job machen und wenn nicht alles gegen den Trend läuft sind dann die Voraussetzungen gut, dass sich der Erfolg über kurz oder lang einstellt. Über kurz oder lang – das ist der Punkt, an dem sich die Welt der Fußballkrösusse von derjenigen der Fußballzwerge unterscheidet. Die Kurz-, Mittel- oder auch Langfristigkeit, mit der eine Entscheidung für oder gegen einen Transfer fällt, ist direkt proportional zum Bankkonto bzw. der dahinter stehenden oder zumindest vermuteten Bonität. Wenn es bei den Roten nicht passt, wird eben ein Weltstar aus seinem Vertrag gekauft. In aller Regel geht das gut, derzeit hakt dieses Prinzip ein wenig, was ja offensichtlich durchaus positive Auswirkungen auf die Liga haben kann. Der biedere Durchschnittsverein, der auf sein Renommé als verlässlicher Unternehmer achten und sich das dazugehörige Standing sorgsam aufbauen muss ist zwangsläufig gehalten, mittel- bis langfristig zu denken im Zusammenhang mit seinen Transfers und nimmt dabei natürlich auch ein hohes Risiko, ob die getätigten Verpflichtungen die in sie gestellten Erwartungen zu erfüllen imstande sind oder sich letztlich als Flops erweisen. Nicht selten fehlt auch einfach die Geduld, Gelassenheit habe ich das an anderer Stelle einmal genannt, die Protagonisten sich entwickeln zu lassen, ihnen das unaufgeregte Umfeld zur Verfügung zu stellen, das Voraussetzung ist für eine positive Entwicklung.


    Am Beispiel FC Augsburg kann man aktuell sehr gut sehen, wie eine solche Entwicklung verlaufen kann. Und, das darf man nicht außer acht lassen, wir sind ja keineswegs am Ende dieses Prozesses. Die Anzahl und vermutete Qualität der noch nicht zum Einsatz gekommenen Spieler lässt vermuten, dass da noch viel Potential schlummert in der Mannschaft. Also ist Unterstützung und Support in jeder Hinsicht angesagt; alles spricht dafür, dass sehr viel richtig gemacht wurde im Team hinter dem Team. Vielleicht können wir ja schon nach der Hoffenheim-Begegnung diesen Aufwärtstrend bestätigt sehen, vielleicht auch nicht. An der generellen Tatsache, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, ändert das null-komma-nix!


    Gutes Spiel – nur der FCA!

    Vorgedacht:


    6-Punkte-Spiele gibt es nicht, deshalb ist das Heimspiel gegen die Mainzelmännchen wieder mal ein solches. Der Gegner hat sich eingelebt und mit neuem frischem Trainerblut gleich mal den Erzrivalen im Osten (!) mainaufwärts kalt erwischt. Das sorgt für zusätzliche Spannung, weil es wieder enger geworden ist im Tabellenkeller und wir es sind, die Tag um Tag eine Stufe runtergefallen sind auf der Kellertreppe.


    In Köln war eine Halbzeit okay. Aber auch in der Domstadt wird zweimal fünfundvierzig Minuten gespielt, ebenso übrigens wie bei uns auf dem Lechfeld. Am Rhein haben wir super angefangen und dann stark nachgelassen; das hat sich bereits zum wiederholten Mal als nicht wirklich zielführende Taktik erwiesen. Vielleicht werden wir am Samstag mal ein Team sehen, das dank cleverer Zusammenstellung in der Lage ist, über die ganze Spieldistanz dem Match seinen Stempel aufzudrücken. Das ist es doch, was man von einer Heimmannschaft erwartet und dass unsere Jungs das ansatzweise beherrschen, haben sie oft genug gezeigt. Wir verfügen diese Saison über ein vergleichsweise junges Team, genauer gesagt über eine gesunde Mischung zwischen Erfahrung und jugendlichem Sturm und Drang. Da gehört das Tüfteln um die effizienteste Aufstellung zu den ureigensten und auch anspruchsvollsten Aufgaben des Trainerteam, wessen auch sonst. Da wäre es unter Umständen nicht von vorneherein verkehrt, sich Formkurven und konditionelle Verfassung gerade der Jungspunde vor dem Anpfiff etwas genauer anzusehen und gegebenenfalls entsprechend zu reagieren. Ich erinnere mich da zum Beispiel an ein Testspiel in der Länderspielpause, das diesbezüglich durchaus positive Einblicke ermöglichte. Ich sag es mal frei heraus: Auf die Aufstellung und die Ersatzbank am Samstag bin ich mal so richtig gespannt .....


    Gutes Spiel - nur der FCA!

    Nachgehakt:


    Nichts wäre tödlicher, als sich nach dem Kantersieg gegen augenfällig planlose Herthaner auf der sicheren Seite zu wiegen und den Erfolg im anstehenen Spiel in Köln quasi automatisch einzuplanen. Vielmehr ist neben Bescheidenheit, wie sie uns immer gut zu Gesichte stand, durchaus Realitätssinn gefragt. Der FC geriert sich wieder einmal als Wundertüte und lässt seine Klüngel-Reputation einmal mehr fröhliche Urständ feiern. Natürlich macht ihn das in erster Linie anfällig für Punktverluste sprich Niederlagen, allerdings auch ein gutes Stück unberechenbar. Bei uns dagegen scheint insbesondere auch nach der Aussprache mit Michael Gregoritsch die Welt wieder halbwegs in Ordnung zu sein; auf die Gerüchteküche sollte man nicht allzuviel Energie verschwenden, das müssen wir hier im bräsig-gemütlich-gestandenen Schwaben halt wohl noch lernen. Sportlich stehen die Vorzeichen gut. Die Stammmannschaft ist an Bord, auf einigen Positionen haben wir ein Luxusproblem, weil dort möglicherweise die Einschätzung von Trainer und Spielern, was Stammspielerqualitäten angeht, ein wenig differieren. Ich sehe das in der Tat als Luxusproblem, schließlich garantieren qualitätsmäßig gleich gut aufgestellte Einwechselungen vor allem die Fähigkeit, konstanten Druck auf den Gegner aufzubauen und ihm das eigene Spiel aufzuzwingen. Da hatten wir nicht selten schon ganz andere, schwerwiegendere Probleme. Das Momentum spricht für uns – geben wir ihm Raum! Schließlich winkt als Lohn ein fast schon gesicherter Platz im Mittelfeld der Tabelle.


    Gutes Spiel - nur der FCA!

    Schon mal dran gedacht, dass es vielleicht auch ein Kommunikationsproblem ist. Mit anderen Worten, die Presse hält sich halt nicht mehr so zurück wie das bislang der Fall war und daraus resultieren dann diese Stürme im Wasserglas. Trotzdem bin ich in einem Fall klar auf seiten des Kernobstes: Jeff ist in Normalform Stammspieler.


    Nicht vergessen werden darf aber auch, dass die Möglichkeit zu qualitätsneutraler Rotation die Wahrscheinlichkeit, durch allfällige Verletzungen nicht gleich wieder fast aussichtslos zurückgeworfen zu werden, signifikant erhöht. So what? Gelassen bleiben (gilt für alle, Spieler, Betreuer, Fans, Journaille ...)!

    Je mehr wir uns dem Bundesligaestablishment annähern, auch wenn wir noch galaktisch weit von dessen Granden entfernt sind, desto mehr haben wir mit den zwangsläufig unvermeidlichen Begleitumständen zu leben; business as usual eben!

    Nachgehakt:


    César Menottis roter Faden ist offensichtlich – alles fließt, panta rei, alles ist in Entwicklung und wir sind mitten in diesem Prozess, so etwas wie eine logische Phase im Eigenleben des FC Augsburg. DA bin ich ganz bei ihm. Daran sich orientierend wird klar: Höchstleistungen im Sinne von Darbietungen eines etablierten Branchenführers wird es bei uns so schnell nicht geben, eben weil wir uns irgendwo auf dem Weg zu einer derartig exponierten Position befinden, wobei keineswegs klar ist, ob wir eine solche je erreichen werden oder schlicht und einfach überhaupt erreichen können, weil wir insgesamt zu wenig Einflussmöglichkeiten haben auf die globale Entwicklung des Phänomens erstklassiger Profifußball, der noch dazu noch eine ganz erhebliche Stufe unter dem erstklassigen internationalen anzusiedeln ist. Dennoch, diese Entwicklung findet ständig statt und ist somit Teil und Merkmal unserer individuellen Geschichte, prägt uns wie Jahresringe, an denen irgendwann Rückschlüsse auf die Zeit gezogen werden können, in der sie entstanden.


    Die jüngste Entwicklung lässt hoffen, dass in dieser jetzigen Saison so langsam eine Konsolidierungsphase erreicht wird. Damit einhergehen könnte auch endlich wieder eine gewisse Ruhe und Gelassenheit, denn die Hektik, die sich zu Anfang der Spielzeit leider ausbreitete ist alles andere als produktiv im Hinblick auf positive Ergebnisse. Wenn die ersten Blätter fallen und die ersten Trainer ihre Posten räumen wird deutlich, dass Herbst ist und so langsam die Nerven flattern in unserer Tabellenregion. An diesen Aktionismen müssen wir uns nicht beteiligen; unsere Entwicklung, darauf kommt es auch mir an, ist weitsichtiger angelegt. Und sie wird nie zu Ende gehen. Wer das begreift, geht viel gelassener heran an die sich stellenden Aufgaben. Und ist allein schon deshalb im Vorteil vor allem gegenüber einem Gegner wie der Alten Dame aus der Hauptstadt. Denn ob die dort eben stattfindende suboptimale Entwicklung noch eine souveräne Gelassenheit zulässt ist fraglich. Aus diesem Grund: Vorteil FCA würde ich sagen.


    Gutes Spiel – nur der FCA!

    Okay, fassen wir zusammen: 1.: Rumnölen, weil man nicht aufgestellt wird ist legitim und muss sein, schließlich brauchen wir keine Bankdrücker. Aber: 2.: Interviews auf Basis Hinti 2.0 sind ein no-go. 3.: Wer dieses no-go noch dazu zu einem Zeitpunkt praktiziert, zu dem er seiner gewohnten Form um Welten hinterherhinkt, nimmt dem Personalchef schon mal die Schlussbeurteilung im Zeugnis vorweg: Er hat sich (stets sehr) bemüht ......

    Sollte Finnbogason nun wirklich ausfallen, wird die Personalie erst Recht interessant. Im Normalfall wäre dann wohl seine Chance da gewesen? Niederlechner, Vargas, Richter..... dahinter wäre er dann wohl die Variante gewesen. Mal schaun, ob Reuter und Co wieder kuschen.


    Wäre ich Reuter, würde ich ihn mit sofortiger Wirkung in die zweite Mannschaft stecken (von Stammspieler in der Ersten kann ja keine Rede sein) und ihn auch dort trainieren lassen, und ihm viel Erfolg für die Suche nach einem neuen Verein wünschen, ihm aber auch sofort mitteilen, dass er für den Rest seiner Vertragslaufzeit mit der Zweiten über die Dörfer tingeln kann, wenn er keinen findet, der eine adäquate Ablöse zahlt. Somit liegt's an ihm, und Rumheulen kann er nicht, weil er ja partout aus der Mannschaft des FC Augsburg weg wollte. Vom FCA II hat er keine Silbe gesagt :biggrin0:

    Damit wäre allerdings der U23 nicht nur nicht geholfen, sondern in aller Regel massiv geschadet. Die eigenen Talente kommen nicht dran, dafür versaut ein unmotivierter Ausrangierter Spiel und Moral. Allerdings muss man sagen, es gab auch schon Beispiele, wo sich scheinbar abgeschriebene Spieler über die U23 wieder herankämpften. Prominentestes Beispiel der spätere Kapitän Sören Dressler. Charakterfrage halt ......

    Wobei das 2:3 gegen Hoffenheim sehr unglücklich war. Der FCA eigentlich das bessere Team, die Hoffenheimer jedoch im Gegensatz zum FCA sehr abgeklärt bei der Chancenauswertung. Unsere Jungs viel zu hektisch vor Gegners Kasten, leider.