Man soll ja bekanntlich "Neulingen", wie Sandro Wagner ja zweifellos einer ist, auch immer etwas Zeit und Kredit einräumen. Nach heute tue ich mich damit aber wirklich zunehmend schwer.
Für mich sah das so aus, als hätte SW die Leipziger lediglich bei deren 0:6-Niederlage in München gescoutet - wo sie ja tatsächlich komplett auseinandergespielt wurden. Und nachdem er ja offensichtlich der Meinung ist, dass der FCA qualitativ mit München auf Augenhöhe ist, lässt er das "natürlich" so spielen. Stellt sich halt die frage ob wir offensiv dieselbe Durchschlagskraft und Ballsicherheit haben. Wurde aber ja anschließend hinreichend beantwortet.
Ganz ehrlich: mir tat zur Halbzeit die eigene Mannschaft fast schon leid, weil sie dieser Taktik blind gefolgt und damit ins Verderben gerannt ist. Man hatte auch nach den Gegentoren den Eindruck, dass sie selbst nicht so recht wussten, ob sie das jetzt sein lassen sollten, oder weiter (blindlings) nach vorne rennen sollen. Man kann ja durchaus - zumal in einem Heimspiel - mal einen mutigen Ansatz wählen, aber wenn man dann (für mich spätestens nach dem 0:2) merkt, dass das einfach nicht funktioniert, finde ich es schon fahrlässig an dieser Taktik festzuhalten. Vor allem, weil ja eigentlich seit jeher bekannt ist, dass die Dosen speziell dann stark ist, wenn ihnen Räume gegeben werden.
Aber gut... Sandro Wagner wird wieder mal sagen, dass er noch viel lernen muss. Nur sehe ich uns ehrlich gesagt ungern als "Versuchskaninchen", zumal wir zuletzt einen Trainer hatten, der vielleicht keinen hyperattraktiven, aber zumindest erwachsenen, verlässlichen, (durchaus) erfolgreichen und vor allem bundesligatauglichen Fußball spielen ließ. Davon sind wir aus meiner Sicht aktuell meilenweit entfernt.