Beiträge von Entem76

    Gerade habe ich die PK angeschaut. Ich erwarte keine Wunderwerke und hoffe nur, dass wir irgendwie drinbleiben. Meine Befürchtung, dass alte Wunden noch offen sind, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Das erste Mal seit einem Jahr habe ich irgendwie wieder Lust, ein FCA-Spiel anzuschauen.

    Reuter wird intern wohl auch hinterfragt. Nicht nur Herrlich. Sagte Günter Klein gerade im Doppelpass.

    Das vermittelt einen falschen Eindruck. Günter Klein hat nur gesagt, dass Reuter in Augsburg nicht mehr ganz unumstritten ist. Er hat nicht gesagt, dass Reuter in der aktuellen Situation ernsthaft zur Disposition steht. Im Gegenteil. Seine Einschätzung war, dass die zweite Halbzeit sogar Herrlich gerettet haben dürfte.


    Nur kurz angemerkt: Um unser Image geht es mir nur nachgelagert. Mir fehlt ein Leitbild des Verein, die Definition einer Innenwirkung. Ein Verein muss seine Werte weiterentwickeln - zumindest aber regelmäßig überprüfen. Er muss diskutieren, wie er zu aktuellen Fragestellungen seines Wirkungsbereiches steht - sei es die Nachhaltigkeit oder sei es Diversität im Sport. Und diese Auseinandersetzung fehlt mir als Mitglied seit Jahren.


    Das war mein 666. Beitrag hier im Forum. Passt ja.

    Ich fühle mich wirklich schlecht, wenn ich hier im Forum inzwischen die Phrasen der Mecker-Heinis bediene. Aber es macht mir wirklich Angst zu sehen, wie egal mir die Spiele, die Mannschaft und der Verein geworden sind. Das liegt natürlich an den Geisterspielen, aber eben nur zu einem Teil. Während der Pandemie ist es ohnehin schwer, eine Identifikation mit der Mannschaft aufzubauen. Das Team macht es einem zusätzlich nicht leichter. Ich könnte aus dem aktuellen Kader keinen Spieler nennen, der bei einem leicht besseren Angebot nicht sofort weg wäre. Hahn vielleicht.


    Und dann kommen noch die kleinen Dinge hinzu, die meine Lust auf Profifußball vergehen lassen. Ich fahre oft mit dem Fahrrad an der Arena vorbei in Richtung Bobingen. Bei Auswärtsspielen stehen auf dem Parkplatz die Autos der Spieler. Die sehe ich - und im Hintergrund das Werk von Premium Aerotec. Es sind so komplett verschiedene Welten geworden. Da kann ich nicht applaudieren, dass wir keine Kurzarbeit nutzen. Im Gegenteil, es ist eine Selbstverständlichkeit.


    Der FCA hat in den vergangenen Jahren seine Kommunikationsabteilung vervielfacht. Aber der Output beschränkt sich auf Social Media, Videos hinter einem Abonnement und unlustige GIFs. Blenden wir mal Dauerkarten und Blitzer aus. Es findet beim FCA keine inhaltliche Entwicklung statt. Trotz bunter Bilder und eSports sind wir ein Verein, dessen Botschaften und Werte in den 2000ern steckengeblieben sind. Unsere Damenabteilung würdigt das Management keines Blickes, der Stadionparkplatz ist mit fetten Audi-SUVs vollgeparkt, mit denen Bälle vom Stadion 400 Meter zum Trainingsplatz gefahren werden (selbst beobachtet) und zu den Spielen reist die Mannschaft, fleißig dokumentiert auf Instagram, ausschließlich mit dem Privatjet. Das Bier im Stadion gibt's selbstverständlich nur aus Einwegbechern. Aber hey, eben jenes Stadion hat man vor zwölf Jahren mit Wärmepumpen gebaut. Das muss offenbar reichen.

    Da gebe ich dir vollumfassend Recht. Es gab sicher viele gute Punkte. Nur fürchte ich, dass diese (Hilfsaktionen) nach einem Jahr in den Hintergrund gerückt sind. Egal ob positiv oder negativ: Man vergisst sehr schnell. Auf Schalke sind die entlassenen Mitarbeitenden im Fahrdienst auch kein Thema mehr. "Augsburg hält zusammen" dürfte in wirtschaftlichen (und emotionalen) Erwägungen nach dieser Saison für viele keine Rolle mehr spielen.


    Insgesamt ist es bei dem Thema schwierig, eine Wahrheit zu finden. Es ist quasi ausschließlich emotional - und damit subjektiv.


    Zum Thema Dauerkarten:

    Durch den Verzicht gibt jeder Fan dem FCA die Möglichkeit, die Aktionen rund um #augsburghältzusammen2020 fortzusetzen und gleichzeitig auch seine wirtschaftliche Stabilität zu wahren.

    Eine Information, wie die Aufteilung zwischen sozialen Zwecken und der eigenen wirtschaftlichen Stabilität war, habe ich nicht mitbekommen. Nur die Information, dass 2500 Fans verzichtet haben.

    Klar, in einer optimalen Welt halten alle Fans immer zu ihrem Verein. Die Realität sieht anders aus. Der FCA hatte vor Corona beständig rund 17.000 Dauerkarteninhaber. Dazu kamen mal mehr, mal weniger Tageskarten. Ich weiß keine objektiven Zahlen. Subjektiv kenne ich aus meinem nähren Stadion-Sitzumfeld 4-5 Personen, die ihre Dauerkarte inzwischen gekündigt haben, weil sie kein Interesse mehr haben, zurückzukehren. Da mag man sagen, das seien keine richtigen Fans. Möglich, Geld bringen sie dem FCA trotzdem keines mehr.


    Während der Pandemie hat der FCA oft kein gutes Bild abgegeben. Da ist die spielerische Sicht. Möchte man guten, unterhaltsamen (auch Schalke, um ihnen beim verlieren zuzusehen) oder zumindest spannenden Fußball sehen, ist der FCA die derzeit schlechteste Adresse der Liga. Das betrifft FCA-Fans, es betrifft aber vor allem auch neutrale Zuschauer, die sich am Samstag um 18:30 dann halt kein FCA-Spiel anschauen.


    Man darf die wirtschaftlichen Einbußen durch unseren derzeitigen Fußball nicht auf die Zuschauereinnahmen kaprizieren. Auch Sponsoren achten auf die Attraktivität, das Image und die Reichweite ihres Werbeträgers. Da haben wir in den vergangenen Monaten viel kaputt gemacht. Auch wieder ein subjektiver Eindruck: Ich persönlich als Mitglied und DK-Inhaber schalte bei FCA-Spielen immer öfter auf die Konferenz um. Termine plane ich schon länger nicht mehr nach dem FCA. So eine verpasste Halbzeit ist völlig egal.


    Daneben trägt die völlig vermurkste (und versuchte Nicht-) Kommunikation zum Blitzer-Einstieg nicht dazu bei, das (schon länger verblassende) Bild des finanziell unterlegenen Underdogs zu stärken. Und bis heute hat der FCA nicht transparent kommuniziert, wieviel Prozent der verzichteten DK-Rückerstattungen wirklich an soziale Zwecke geflossen sind - und wie viel in die Profiabteilung.


    Kurz gesagt: Äußere Begleitumstände, eine miese Kommunikation und eine gehörige Portion Corona-Blues ergeben gemischt mit unserem spielerischen Auftreten keine Ambitionen, viel Geld in den FCA zu stecken. Als Fan und als Sponsor.