Tabellenerster
Der FCA verliert sein Alleinstellungsmerkmal als einziger aktueller Bundesligaverein, der länger als eine Saison in der Liga spielt, noch nie Tabellenerster gewesen zu sein. Die Einstellung und der Auftritt der Mannschaft in der zweiten Hälfte lässt sich als mehr als nur eine Momentaufnahme verstehen.
Sieben Tore nach vier Spielen gelangen bereits viermal erstklassig, einmal auch nach drei Spielen, und zwei Siege zum Auftakt auch einmal – aber zwei Siege mit sieben Toren sind neu.
59 Vereine sind oder waren bisher in der Bundesliga, wovon der FCA der 36. Tabellenführer ist, dazu aber mit 512 Spielen am längsten dafür benötigte. Zumindest für einen Spieltag grüßt der FCA von ganz oben.
Nach dem 6. Platz in der vergangenen Spielzeit ist das Ziel für Bayer Leverkusen wieder unter die ersten Vier zu kommen. Neu sind neben Trainer Carles Martinez u.a. Kennet Eichhorn, von Hertha BSC, Afonso Moreira, von Olympique Lyon, und Miguel Gutiérrez, vom SSC Neapel. Mit langfristigen Verträgen, für mehr als die Hälfte der Spieler bis mindestens 2030, soll auch die sportliche Stabilität gewährleistet werden.
Nach dem Erstrundensieg im DFB-Pokal beim SV Wehen und der Auswärtsniederlage bei der SV Elversberg gab es zuletzt ein 4:0 gegen Union Berlin, mit Felix Uduokhai bei seinem ersten Auftritt für die Köpenicker.
Vier Tore pro Spiel, Bremen gewinnt gegen Leipzig, Mainz hoch in Hamburg und Elversberg nach Rückstand in Mönchengladbach: Bereits am 2. Spieltag lassen Liga und Sport ihre Attraktivität erkennen. Zum Ende des anstehenden Spieltags tritt dann München beim Aufsteiger im Saarland an.
Vor 75 Jahren wurde das Rosenaustadion eröffnet. Neben Fußball fanden Feldhandspiele, Leichtathletikländerkämpfe, Musik- und weitere Veranstaltungen statt.
Die später Augsburger Elf genannte Nationalmannschaft gewann 1952 mit 5:1 gegen die Schweiz, die Läufe von Ludwig Müller, Held von Augsburg, beim Länderkampf gegen die Sowjetunion 1958, oder der Aufstieg des FCA zu Beginn der 70er-Jahre sind auch Beispiele für die sporthistorische Bedeutung des auf Kriegstrümmerschutt erbauten Stadions.
Im letzten Heimspiel vor dem 25jährigen Jubiläum des Stadions 1976 gewann der FCA in der 2. Bundesliga Süd mit 3:1 gegen den BSV Schwenningen, bei dem Helmut Haller hier nicht dabei war, und kurz vor dem 50jährigen Jubiläum spielte der FCA 1:1 in der Bayernliga, im ersten Jahr der Viertklassigkeit des Vereins, gegen den ASV Neumarkt.
Seit der Saison 2009/10 im neuen Stadion, hat das Rosenaustadion seine eigene FCA-Geschichte geschrieben. Obwohl niemals Heimstätte eines Bundesligavereins war es nicht nur während der FCA-Oberligazeit erstklassig. Für viele fand die Fußball- und FCA-Sozialisation hier in einer Zeit statt, in der es noch keine Arenen, VIP-Logen, Trinkpausen oder Blocktrennungen gab. Nicht nur in der architektonischen Planung, aus Zeitverständnis und Weitblick, steht es für Offenheit und ein anderes Verständnis des Aufenthalts.
Der Blick in die Weite lässt bei Spielen der zweiten Mannschaft noch vieles davon erkennen und der Traum, der FC Augsburg heißt, ist für immer mit eigenem Erleben und dem vollständigen Bestand des Rosenaustadions verbunden.
Nach dem zweiten Spieltag Tabellenerster, vermutlich ließen sich noch verschiedene Statistiken finden oder erstellen, auch die der mitmeisten Tore oder gewonnenen Kopfballduelle. Aber es ist der FCA, es ist der Sport und oben ist – wo Augsburg steht!
Länger vorbei schon ist der Leverkusen-Fluch. Der FCA gewann mittlerweile viermal, zuletzt in der vergangenen Rückrunde durch zwei Tore von Fabian Rieder. In jedem Fall ist die Mannschaft gut in die Saison gestartet und kann nur weiter überraschen. Gutes Spiel!
Nur der FCA!